Mitsotakis nahm dabei vor allem internationale Grosskonzerne ins Visier: Multinationale Unternehmen verfolgten gegenüber einzelnen Mitgliedstaaten innerhalb der EU eine höchst unterschiedliche Preispolitik, der Markt sei asymmetrisch. Die «kollektive Macht des Staatenbundes» und seiner Verbraucher hingegen werde nicht ausreichend genutzt, hiess es in dem Schreiben. Die EU müsse - auch angesichts der EU-Wahlen - zeigen, dass sie in der Lage sei, entschlossen und schnell einzugreifen.

Konkret fordert Mitsotakis gesetzliche Massnahmen gegen die Praxis multinationaler Hersteller und Lieferanten, innerhalb der EU sogenannte territoriale Lieferbeschränkungen zu verfolgen. Diese Praxis (Territorial Supply Constraints oder TSC) erlaubt es grossen Markenartikelherstellern, den EU-Binnenmarkt künstlich entlang nationaler Landesgrenzen zu segmentieren und in jedem Land unterschiedliche Preise zu verlangen. Einzel- und Grosshändler eines EU-Landes werden gehindert, Produkte der Multis etwa im günstigeren EU-Nachbarland zu kaufen. Aus Sicht von Kritikern verteuert das Einkaufsdiktat der Multis Waren.

Mitsotakis fordert mutigere Schritte, «damit der Binnenmarkt mit mehr Wettbewerb und Transparenz zugunsten der Verbraucher funktioniert». Ansonsten werde das Vertrauen der Menschen in den EU-Markt beeinträchtigt./axa/DP/ngu

(AWP)