Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern habe die Genehmigung erteilt, teilte die Betreiberfirma Deutsche ReGas mit. Das Spezialschiff «Energos Power» erreichte demnach bereits den Industriehafen. Deutschland verfügt damit neben Wilhelmshaven, Lubmin, Brunsbüttel und Stade über einen weiteren Standort zur Anlandung von sogenanntem LNG (Liquefied Natural Gas).

«Das sichert Deutschlands Energieunabhängigkeit und die Produktionsfähigkeit vieler Unternehmen», sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), der Nachrichtenagentur Reuters, am Samstag. «Dass innerhalb weniger Monate das Terminal errichtet und die nötigen Leitungen gelegt werden konnten, ist ein Beweis für das neue Deutschland-Tempo und sollte ein Vorbild für weitere Infrastruktur-Projekte sein.»

Der Probebetrieb habe zum Ziel, alle land- und schiffseitigen Systeme zu testen und in Betrieb zu nehmen, teilte das Unternehmen mit. Die «Energos Power» sei das erste von zwei für das Terminal geplanten Regasifizierungsschiffen. Im Frühjahr dieses Jahres werde dann auch die «Neptune» den Hafen in Lubmin verlassen und nach notwendigen Umrüstarbeiten im Sommer den Betrieb in Mukran aufnehmen. An Bord der «Energos Power» sei Flüssiggas, das jetzt aus Norwegen gekommen und vor wenigen Tagen im französischen Montoir vom LNG-Tanker «Maran Gas Marseille» übernommen worden sei.

Wasserstoff-Elektrolyseuren in Planung

Die Deutsche ReGas sei jetzt in der Lage, einen grösseren Beitrag zur Versorgungssicherheit Deutschlands, insbesondere des Osten Deutschlands, und auch der osteuropäischen Nachbarländer zu leisten, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Knabe. Die Deutsche ReGas betreibt derzeit in Lubmin das bisher einzige privat finanzierte schwimmende Flüssiggas-Terminal in Deutschland. Sowohl in Lubmin als auch in Mukran ist auch die Errichtung sogenannter Wasserstoff-Elektrolyseuren in Planung, um später Wasserstoff importieren zu können.

Seit Monaten hatte es Streit um die LNG-Anlandeanlage vor Rügen gegeben, deren Bau das Bundeskabinett im Mai 2023 beschlossen hatte. Während Umweltschützer und Kommunalpolitiker geklagt hatten, betonte die Bundesnetzagentur, dass LNG-Importe über die Ostsee eine notwendige Versicherung für Versorgungsengpässe beim Gas seien. Die Bundesregierung hatte sich entschieden, LNG-Kapazitäten an den deutschen Küsten aufzubauen, um Ersatz für die früheren Gaslieferungen aus Russland zu ermöglichen. Neben dem Pipelinegas etwa aus Norwegen ist deshalb der Import von US-amerikanischen LNG erheblich gestiegen. Dafür bedarf es der Anlandeanlagen an der Küste, von denen aus das gelieferte Erdgas dann in die Pipelines eingespeist wird. Bis zur Bereitstellung fester Terminals setzt Deutschland schwimmende Speicher- und Wiederverdampfungsterminals (FSRUs) ein.

«Flüssiggas kann nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg zur Klimaneutralität, deshalb ist auch diese Infrastruktur dafür angelegt, in Zukunft grünen Wasserstoff zu transportieren», sagte der Ostbeauftragte Schneider mit Blick auf die Anlage in Mukran. «Darin liegt auch eine grosse Chance für das Energieland Mecklenburg-Vorpommern.»

(Reuters)