Bei der Wind- und Solar-Projekt-Tochter BayWa r.e. ist Finanzchefin Mihaela Seidl mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, wie aus einem Reuters vorliegenden Memo im Intranet hervorgeht - aus persönlichen Gründen, wie es dort heisst. Ihre Aufgaben werden vorübergehend von Vorstandschef Matthias Taft übernommen, bis ein Nachfolger für sie gefunden ist. Ein Sprecher der BayWa AG, die 51 Prozent an der Tochter hält, sprach von «notwendigen Personalmassnahmen zur Leistungssteigerung auf Vorstandsebene».

Die Erneuerbare-Energien-Projekte der BayWa r.e. gelten als ein Grund für die finanziellen Engpässe der BayWa. Der Agrarhändler hat auf Druck der Banken ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben und Insidern zufolge den Restrukturierungs-Experten Michael Baur von der Beratungsfirma Alix Partners an Bord geholt. Die Tochter BayWa r.e., an der der schweizerische Infrastruktur-Investor EIP 49 Prozent hält, kam zuletzt auf 5,8 Milliarden Euro Umsatz. Sie entwickelt Solar- und Windparks und galt lange als zuverlässiger Gewinnbringer für die BayWa. Zugleich bindet das Unternehmen aber viel Kapital.

Hauptproblem seien die lange laufenden Energieprojekte, die teilweise nicht gut gemanagt worden seien, berichtete das «Handelsblatt». Wegen der steigenden Zinsen sei es zum Teil schwieriger geworden, die Projekte nach Fertigstellung zu verkaufen. Zu BayWa r.e. gehört auch der Grosshandel mit Solarmodulen, den der Konzern schon länger verkaufen will, der aber massiv unter der chinesischen Konkurrenz leidet, die den Markt zu Dumpingpreisen überschwemmt.

(Reuters)