Der Dow Jones Industrial ging am Freitag mit minus 0,99 Prozent auf 44.303,40 Punkte aus dem Handel. Damit hat der bekannteste Wall-Street-Index die Woche doch noch mit einem kleinen Verlust von 0,5 Prozent beendet. Die am Montag gestartete Erholung von den jüngsten Zollsorgen hat sich in Nichts aufgelöst.

Ähnlich sah es bei den anderen Indizes aus. Der breit aufgestellte S&P 500 verlor am Freitag 0,95 Prozent auf 6.025,99 Punkte. Der Techbörsen-Index Nasdaq 100 büsste 1,30 Prozent auf 21.491,31 Punkte ein, was ein minimales Plus im Wochenverlauf bedeutet.

Wie Trump während eines Treffens mit dem japanischen Premierminister sagte, plant er in der kommenden Woche weitere Zölle oder könnte seine aktuelle Zollpolitik umgestalten. Montag oder Dienstag solle es eine Pressekonferenz geben. Anleger reagierten verschreckt und befürchteten eine nächste Stufe der Eskalation im Handelsstreit mit US-Wirtschaftspartnern.

Zum US-Jobbericht für Januar hiess es seitens Helaba, dass der Arbeitsmarkt weiterhin in einer guten Verfassung sei, weshalb die US-Notenbank Fed kaum einen Anlass sehen dürfte, an ihrer vorsichtigen und zurückhaltenden Zinspolitik etwas zu ändern.

Ein Börsianer fasste die Verluste mit den Worten zusammen, «nach den zuletzt zwei kalten Duschen will sich wohl derzeit keiner mehr vor einem Wochenende aus dem Fenster lehnen». Dabei erinnerte er neben der erratischen Zollpolitik Trumps auch an den Schrecken, den jüngst das chinesische KI-Startup DeepSeek ausgelöst hatte.

Unter den Einzelwerten verloren Amazon trotz starker Zahlen 4,1 Prozent. Ein «Haar in der Suppe» könnte für Anleger der etwas verhalten klingende Ausblick gewesen sein. Allerdings: Erst am Dienstag hatte die Amazon-Aktie ein Rekordhoch erreicht und damit seit Anfang 2025 bereits um 10 Prozent zugelegt, nach 44 Prozent im Vorjahr.

Nike büssten 4,3 Prozent ein und litten vor allem unter einer gestrichenen Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup. Analyst Paul Lejuez erwartet nicht mehr, dass sich das Geschäftsjahr 2025/2026 so entwickeln werde, wie er es erhofft hatte, - weder beim Umsatz noch der operativen Profitabilität. Hinzu kamen Enttäuschungen aus der Branche. Der Sneaker-Hersteller Skechers legte schwache Zahlen vor, auf die die Investmentbanken Morgan Stanley und UBS mit Abstufungen reagierten. Diese Aktie verlor fast 13 Prozent.

Um fast 7 Prozent ging es für Uber nach oben, nachdem sich der Investor Bill Ackman positiv über den Online-Fahrdienstleister äusserte und sagte, dass sein Hedgefonds 30,3 Millionen Uber-Aktien besitze. Pershing Square Capital Management, so sagte er, habe Anfang Januar begonnen, eine Position in Uber aufzubauen.

Für die Aktie des im Gaming-Bereich tätigen Software-Unternehmens Take Two Interactive ging es an der Spitze im Nasdaq 100 um 14 Prozent hoch, womit das Rekordhoch von vor vier Jahren nur noch einen Hauch entfernt ist. Take Two bestätigte zur Vorlage des Geschäftsberichts, dass der Marktstart für das Spiel «Grand Theft Auto VI» weiterhin für Herbst dieses Jahres geplant ist./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)