Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg am späten Vormittag um 0,28 Prozent auf 3448 Punkte. Der französische Cac 40 hinkte ihm hinterher, er zeigte sich zuletzt prozentual kaum verändert mit 5885 Punkten. Frankreich steht nach der Parlamentswahl ohne absolute Mehrheit für Präsident Emmanuel Macron politisch vor ungewissen Zeiten. Der britische FTSE 100 legte um 0,62 Prozent zu auf 7060 Zähler.

Bei der niederländischen Bank ABN Amro scheinen die Anleger so schnell offenbar nicht mit einer Übernahme durch die französische BNP Paribas zu rechnen. Am Montagmorgen notierten die Papiere von ABN Amro mit 10,60 Euro zeitweise fast 13 Prozent unter ihrem Spekulationshoch vom Freitag von 12,16 Euro. Zuletzt legten sie allerdings wieder um 1,3 Prozent zu auf rund elf Euro. BNP Paribas gaben ein halbes Prozent nach.

Eine frische Kaufempfehlung von Jefferies liess die Aktien von Renault um fast sechs Prozent steigen. Analyst Philippe Houchois setzte sein Kursziel von 22 auf 40 Euro hoch. Der Autokonzern habe zum ersten Mal seit Jahren wieder "strategischen Puls", schrieb Houchois. Alles hänge davon ab, wie radikal das Management in den Bereichen Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeuge verändern wolle und werde. Nichts erscheine ausgeschlossen.

Der Technologiekonzern ABB verschiebt den geplanten Börsengang der Sparte E-Mobility. Die Börsennotierung des Geschäfts bleibe zwar Teil der Strategie von ABB. Die derzeitigen Marktbedingungen erschwerten jedoch die Fortsetzung der für das zweite Quartal 2022 geplanten Börseneinführung, teilte ABB mit. Der ABB-Aktienkurs sank um fast zwei Prozent.

Die Papiere von Valneva sprangen um rund 17 Prozent hoch. Zuvor war bekannt geworden, dass Pfizer im Rahmen einer Kapitalerhöhung 8,1 Prozent der Anteile des französischen Impfstoffherstellers zu 9,49 Euro je Aktie übernimmt. Mit dem Investment soll die bestehende Kooperation des Borreliose-Impfstoffs VLA15 gestärkt werden.

Unter den Rohstoffkonzernen in London verloren Rio Tinto fast drei Prozent. Sinkende Eisenerzpreise belasteten. Glencore aber gewannen fast zwei Prozent. Der jüngste Zwischenbericht sei stark, schrieb Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan. Glencore bleibt sein "Top Pick" im Minensektor. Von diesem Montag an ist Glencore auch wieder im Stoxx Europe 50 zu finden.

Easyjet verbilligten sich um rund dreieinhalb Prozent. Wegen des Personalmangels an Flughäfen kappt die Billigairline ihre Kapazität für das zweite Geschäftshalbjahr. Dies werde zu einer höheren Kostenbelastung führen als zuvor veranschlagt, hiess es vom Unternehmen./ajx/men

(AWP)