Die DHL-Aktie gehörte mit einem Abschlag von 4,5 Prozent zu den stärksten Verlierern unter den 40 Einzelwerten im deutschen Leitindex. Dieser verlor zuletzt gut 2 Prozent. Für die DHL-Aktie beläuft sich das Plus seit Jahresbeginn nun auf gut 10 Prozent.

Am Vorabend hatte US-Präsident Trump seine zuvor wochenlang angedrohten Zoll-Pläne präsentiert. Demnach belegen die USA ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen vielschichtigen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder noch höhere Abgaben vorsieht.

Der Marktanteil der DHL in den USA sei geringer als im Rest der Welt, sagte Meyer. Aber es sei schwer zu prognostizieren, wie sich die Volumina in Zukunft entwickelten. Generell rechnet er mit einem Rückgang des internationalen Handels mit den Vereinigten Staaten. Sollten die Zölle dauerhaft bestehen, werde das eine abschreckende Wirkung haben.

Analyst Alex Irving von Bernstein Research geht davon aus, dass insbesondere die Lieferketten in Süd- und Südostasien an Bedeutung gewinnen werden. Er erwartet eine steigende Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, die sich positiv auf die Gewinnspanne der Spediteure auswirken dürften. Sie seien die Hauptnutzniesser der globalen Vernetzung.

Mit Blick auf Potenzial für die DHL verwies Vorstandschef Meyer auf die Effekte im Zuge des Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union: Durch den Brexit war die Anzahl der Sendungen zurückgegangen, auf der anderen Seite nahm die Wertschöpfung für die DHL zu, weil seitdem etwa mehr Sendungen zu verzollen sind. So übernimmt DHL auf Wunsch etwa die Zollabwicklung und damit verbundene Dienstleistungen. Meyer betonte, der Konzern fühle sich für volatile Zeiten gut aufgestellt.

DHL ist einer der grössten Logistikkonzerne der Welt. Er bietet den globalen Versand von zeitkritischen Sendungen ebenso an wie Frachtlogistik auf dem See- und Luftweg, ausserdem gehören Lieferkettendienstleistungen und auch der Paket- und Briefversand dazu. Der Konzern beschäftigt global rund 600.000 Menschen./lew/men/mis

(AWP)