Apple befindet sich direkt im Fadenkreuz der neuen Zölle von Präsident Donald Trump, selbst nach jahrelangen Bemühungen, den iPhone-Hersteller vor Handelskriegen und Unterbrechungen der Lieferkette zu schützen.

Eine lange Liste von Zöllen, die das Weisse Haus vorgestellt hat, wird das Unternehmen besonders hart treffen und löste am Mittwoch nachbörslich einen Kurssturz aus. Die neuen reziproken Zölle - eine Steuer auf importierte Waren als Antwort auf bestehende Zölle - werden für China 34 Prozent erreichen. Damit würde sich der Gesamtzollsatz auf chinesische Waren auf 54 Prozent erhöhen, was die Lieferkette von Apple, deren Herzstück nach wie vor das asiatische Land ist, ins Wanken zu bringen droht.

Die Zölle betreffen aber auch die anderen Produktionsstandorte von Apple und untergraben die Bemühungen um eine Abkehr von China. Obwohl das Unternehmen den Grossteil seiner in den USA verkauften Geräte immer noch in chinesischen Fabriken herstellt, fertigt Apple seine Produkte nun in einer Vielzahl von Ländern.

Die Ankündigung hat die Anleger aufgeschreckt, die sich zunehmend Sorgen machen, dass die Zölle den Gewinn von Apple beeinträchtigen werden. Die Aktien fielen im erweiterten Handel um bis zu 7,9 Prozent. Vor dem Handel am Donnerstag werden die Titel zur Eröffnung 7 Prozent im Minus erwartet. Die Aktie war in diesem Jahr bis zum Börsenschluss bereits um 11 Prozent gesunken, was Teil eines breiteren Rückzugs der Technologiebranche war.

Nach Angaben des Weissen Hauses treten die neuen Zölle am 9. April in Kraft. Ein Apple-Sprecher reagierte nicht auf die Bitte um Stellungnahme. Apple könnte noch stärker betroffen sein, da das Unternehmen Komponenten aus mehreren anderen Ländern und Regionen beziehen muss, die ebenfalls von den Zöllen betroffen sind.

«Die neuen Abgaben werden wahrscheinlich auf die Margen drücken, da wir nicht erwarten, dass das Unternehmen die Preise anheben wird, um die Auswirkungen auszugleichen», so die Analysten Anurag Rana und Andrew Girard von Bloomberg Intelligence in einer Mitteilung. Und weiter: «Wenn Apple die Preise anhebt, wird es dies in einer Zeit tun, in der die Stimmung der Verbraucher wackelt.»

Während der ersten Amtszeit von Trump überzeugte der Vorstandsvorsitzende von Apple, Tim Cook, den Präsidenten, das iPhone und einige andere Produkte von den Zöllen auszunehmen. Er argumentierte, dass die Zölle einem amerikanischen Unternehmen schaden und dem südkoreanischen Unternehmen Samsung zugutekommen würden.

Zu Beginn dieses Jahres versuchte Apple, sich wieder in die Gunst Trumps zu bringen, indem es versprach, in den nächsten vier Jahren 500 Milliarden Dollar in den USA zu investieren - eine leichte Beschleunigung der Rate unter Präsident Joe Biden, wenn man die Inflation nicht berücksichtigt. Im Rahmen dieses Vorstosses kündigte das Unternehmen an, dass es einige KI-bezogene Server in Texas produzieren werde. Vor kurzem hat das Unternehmen auch mit der Produktion einer kleinen Anzahl von Chips in einer Anlage in Arizona begonnen.

Heute produziert Apple wenig bis gar nicht in den USA. Das Unternehmen wirbt für ein einziges Modell - den Mac Pro, der ab 6'999 Dollar zu haben ist - damit, dass es in Texas hergestellt wird. Aber dieses Gerät wird nur in begrenzten Mengen verkauft, und viele seiner Teile werden aus China und anderen Ländern importiert.

(Bloomberg)