Die US-Dienstleister haben ihr Wachstumstempo im März spürbar verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex sackte überraschend deutlich auf 50,8 Punkte ab, nach 53,5 Zählern im Februar, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Institute for Supply Management hervorgeht.

Das Barometer hält sich damit noch über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Die von Reuters befragten Volkswirte hatten jedoch mit 53,0 Zählern einen weit höheren Wert veranschlagt. «Der Rückgang fällt grösser aus als erwartet», sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. «Daher trüben sich die konjunkturellen Perspektiven in den USA ein, zumal die gestern verkündeten US-Einfuhrzölle zusätzlich für Verunsicherung sorgen dürften.»

Er verweist zudem darauf, dass die Beschäftigungskomponente des Barometers deutlich enttäuscht habe. Es war mit einem Wert von 46,2 Punkten klar unter die Wachstumsschwelle abgerutscht. Dies ist das niedrigste Niveau seit Dezember 2023. Trotz der deutlichen Abkühlung liegt der Servicebereich im Grossen und Ganzen noch im grünen Bereich, während die Industrie bereits in die Problemzone gerutscht ist.

Dies lässt sich aus dem jüngsten ISM-Barometer ablesen, das nach einer zweimonatigen Wachstumsphase im März schon wieder ein Schrumpfen des Wirtschaftssektors anzeigte. Manche Experten bringen diese Entwicklung auch mit der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump in Verbindung, die für Verunsicherung und auch höhere Kosten sorge. Durch die Zölle dürfte die Inflation in den USA anziehen, da sich importierte Güter verteuern.

Angesichts dieser Aussichten hat die amerikanische Notenbankerin Adriana Kugler für eine Zinspause plädiert. Die US-Investmentbank Morgan Stanley rechnet wegen der Zollpolitik sogar damit, dass die Fed dieses Jahr die Zinsen nicht mehr senken wird. 

(Reuters)