Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2024 um 3,2 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit drei Prozent Wachstum gerechnet. Auch im vierten Quartal ging es mit 3,0 Prozent schneller bergauf als von den Fachleuten mit 2,6 Prozent erwartet. Finanzminister Mehmet Simsek sprach von ausgewogenem Wachstum von der Binnenkonjunktur und der Auslandsnachfrage. 2023 hatte die Wirtschaft in der Türkei noch um 5,1 Prozent zugelegt, dann hatten aber spürbare Zinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation die Konjunktur gebremst. Für das laufende Jahr rechnen Analysten mit 3,1 Prozent Wachstum.
Die Zentralbank hatte den Leitzins bis März 2024 auf 50 Prozent erhöht, nachdem die Währungshüter zuvor - auch auf Druck von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan - die Zinsen trotz hoher Inflation niedrig gelassen hatten. Im Dezember und Januar senkte die Notenbank dann allerdings die Zinsen, um die Abwertung der Währung Lira zu bremsen. Der Leitzins liegt derzeit bei 45 Prozent und dürfte bis Jahresende auf 30 Prozent fallen.
(Reuters)