Die Thyssenkrupp-Stahltochter Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) hat ihrem Beteiligungsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) die Lieferverträge gekündigt. «Durch die geplante Kündigung läuft die Abnahmeverpflichtung von rund 2,5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr durch Thyssenkrupp Steel Europe spätestens zum 31. Dezember 2032 aus», teilte das Unternehmen am Freitagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Dadurch könne pro Jahr ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden. HKM beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter.

Die Kündigung selbst habe zunächst keine unmittelbaren Folgen für den Weiterbetrieb der HKM, betonte der Konzern. Die Belieferung ihrer Anteilseigner mit Vormaterial sei bis auf Weiteres vollständig gewährleistet. TKSE hatte angekündigt, seine HKM-Beteiligung von 50 Prozent zu verkaufen. Sollte dies nicht gelingen, werde HKM geschlossen. Ein Verkauf an den Investor CE Capital war kürzlich gescheitert.

Die jetzige Entscheidung bedeute keine Schliessung, sagte Stahlchef Dennis Grimm. «Wir müssen unsere Produktionskapazitäten langfristig marktbedingt von derzeit rund 11,5 Millionen Tonnen Stahl auf ein Versandziel von 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduzieren.» Daher sei die Trennung von der HKM zwingend. Unabhängig von der Kündigung des Liefervertrages bleibe ein Verkauf der Unternehmensanteile an der HKM für TKSE weiter die bevorzugte Option. «Wir sind zu Gesprächen mit allen ernsthaften Interessenten bereit.» Zugleich gehe TKSE davon aus, dass die Gesellschafter der HKM nun in gemeinsamer Verantwortung für die Beschäftigten des Unternehmens den weiteren Weg gestalteten.

Thyssenkrupp-Konzernchef Miguel López will die Kapazitäten für die Stahlproduktion deutlich zurückfahren. Dazu könnte auch anteilig die HKM-Produktion gehören. An HKM sind auch der niedersächsische Konkurrent Salzgitter mit 30 Prozent und der französische Röhrenhersteller Vallourec mit 20 Prozent beteiligt.

(Reuters)