Die Online-Bank hat am Morgen die vollständigen Ergebnisse für 2024 veröffentlicht, wobei sie beim Reingewinn etwas unter den Erwartungen geblieben ist. Zudem werden sowohl der Ausblick auf das laufende Jahr wie auch die neuen Mittelfristziele als konservativ kritisiert. Die Swissquote-Aktien notieren gegen 9.55 Uhr 6,9 Prozent im Minus bei 360,90 Franken. Der Gesamtmarkt legt derweil leicht zu (SPI +0,3 Prozent).

Dass die Gewinnzahlen 2024 leicht unter den Erwartungen ausfiel, führt ZKB-Analyst Daniel Regli auf einen stärker als erwarteten Kostenanstieg der Online-Bank zurück. Allerdings dürfte dies seines Erachtens auf vorgezogene Auslagen und Investitionen zurückzuführen sein. Insgesamt halte er auch die Ängste um rückläufige Erträge wegen der tieferen Zinsen für übertrieben: Die Wachstumsaussichten seien weiterhin vorteilhaft, betont der Experte.

Deutlich unter den Markterwartungen ausgefallen sind allerdings vor allem die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr 2025, wie Fangfei Li vom US-Brokerhaus Jefferies schreibt. Swissquote begründet den zurückhaltenden Ausblick mit einem «materiellen Anstieg» der Unsicherheiten - was angesichts der derzeitigen Marktentwicklungen verständlich sei. Insgesamt sei dies allerdings bereits im Aktienkurs reflektiert, der seit seinem Höchststand im Februar bereits deutlich verloren habe, glaubt Li.

Die negative Marktreaktion dürfte für die UBS-Experten mit dem Ausblick des Unternehmens für 2025 aber auch mit dem neuen Mittelfrist-Ausblick zusammenhängen: So lägen sowohl das Ziel für 2028 eines Nettoertrags von 900 Millionen Franken wie auch der bis dahin angestrebte Vorsteuergewinn von 500 Millionen etwas unter den Konsenserwartungen, so die Analystin Haley Tam. Zurückzuführen sei dies wohl darauf, dass Swissquote mit der Erwartung eines jährlichen Nettoneugeldzufluss von 7 Milliarden Franken klar zurückhaltender sei als die Analysten.

(AWP)