Der Leitindex SMI fiel dabei am Nachmittag deutlich unter die Marke von 13'000 Zählern zurück, erholte sich dann aber gegen Handelsschluss wieder etwas und konnte die Verluste somit einigermassen in Grenzen halten. Die Anleger seien aus Sorge vor einem Handelskrieg verunsichert gewesen und hätten sich entsprechend vorsichtig verhalten, hiess es am Markt.
US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend neue Zölle in Höhe von 25 Prozent für Einfuhren aus der EU in Aussicht gestellt. Am Nachmittag kündigte er dann an, dass die angedrohten Zölle gegen Kanada und Mexiko von bis zu 25 Prozent - wie ursprünglich geplant - am 4. März in Kraft treten sollen. Und auch die Zusatzzölle auf Importe aus China von 10 Prozent sollen dann zur Geltung kommen. Daneben beschäftigten sich die Marktteilnehmer vor allem mit der Flut an Ergebnissen hiesiger Unternehmen. «Darunter gab es Licht und Schatten», meinte ein Händler, «wobei der Rückversicherer Swiss Re ganz klar zu ersteren gehört hat». Im breiten Markt kam es entsprechend zu einigen grösseren Bewegungen.
Der Leitindex SMI schloss den Tag 0,65 Prozent tiefer auf 12'958,34 Punkten, nachdem er im Tagestief bis auf 12'922 gefallen war. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, ermässigte sich um 0,80 Prozent auf 2107,37 und der breite SPI um 0,64 Prozent auf 17'110,23 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln gab es 23 Verlierer und sechs Gewinner, ein Titel (Swiss Life) schloss unverändert.
Entgegen dem allgemeinen Trend waren die Papiere von Swiss Re (+0,5 Prozent) den ganzen Tag im Plus, wenn auch die Gewinne am Nachmittag deutlich abflachten. Am Vortag hatte bereits der Marktführer Münchener Rück der Swiss Re-Aktie mit erfreulichen Zahlen Auftrieb verliehen. Und nun doppelte Swiss Re neben einem starken Ergebnis auch mit einer «generösen» Dividendenerhöhung nach. Dass die Aktien nicht stärker angezogen haben, dürfte laut Händlern am Vortagesplus von mehr als 3 Prozent gelegen haben.
Ebenfalls fester waren Novartis (+0,6 Prozent). Der zweitgrösste Novartis-Aktionär, die Sandoz-Familienstiftung, hatte am Vortag 26,5 Millionen Aktien verkauft. Dies belastete zwar den Kurs, sei nun im Markt aber als günstige Einstiegschance gewertet worden. Die GS des Rivalen Roche (-0,5 Prozent) hielten zwar nicht ganz mit, hatten aber zwischendurch erstmals seit Dezember 2022 wieder die Marke von 300 Franken übertroffen.
Gar noch eine Spur fester bei den Blue Chips tendierten SIG (+2,9 Prozent). Sie waren vor allem am Dienstag nach Zahlen und News zu einem Knatsch im Verwaltungsrat massiv abgestürzt und würden sich offenbar langsam stabilisieren, hiess es. Ansonsten gehörten noch Julius Bär (+0,6 Prozent), Swisscom (+0,6 Prozent) und Lindt PS (+0,5 Prozent) zum kleinen Grüppchen der Gewinner.
Auf der Verliererseite standen bei Handelsschluss Adecco (-4,3 Prozent) und Kühne+Nagel (-4,5 Prozent) zuoberst. Bei Adecco war von Gewinnmitnahmen die Rede, nachdem der Titel des Personalvermittlers am Vortag nach Bilanzvorlage einen Kurssprung von rund 12 Prozent hingelegt hatte. Bei letzteren wurde derweil auf den drohenden Handelskrieg und eine Einschätzung von JPMorgan verwiesen. Auch die Papiere des Chipmaschinen-Hersteller VAT (-3,5 Prozent) waren verschärft unter Druck.
Verluste im Bereich von +/-2 Prozent gab es noch für UBS, Alcon und Partners Group.
Auf den hinteren Rängen brachen die Aktien von Orior (-27 Prozent) nach Kassierung der Prognose regelrecht ein. Sichtbarkeit und Transparenz seien begrenzt, meinte ein Analyst. Derweil standen DocMorris (-9,5 Prozent) nach einem gegen das Unternehmen gefallenen Gerichtsurteil unter Druck. Nach Zahlen oder sonstigen News deutlicher verkauft wurden auch Bachem (-3,5 Prozent), Bossard (-4,3 Prozent), Bystronic (-3,8 Prozent), Clariant (-3,0 Prozent), Feintool (-3,9 Prozent), Kudelski (-4,0 Prozent), Meier Tobler (-2,7 Prozent) oder Naturenergie (-4,9 Prozent).
(AWP)