Nach einem recht freundlichen Morgen fiel der SMI am Nachmittag phasenweise klar ins Minus, erholte sich dann aber wieder grösstenteils. Vor allem diverse US-Makrodaten waren laut Händlern für die etwas wacklige Entwicklung am Nachmittag verantwortlich. So fiel etwa die von der US-Notenbank Fed stark beachtete Kernrate der persönlichen Konsumausgaben im Februar etwas höher aus als erwartet, was baldige Zinssenkungen unwahrscheinlich(er) macht und die Marktstimmung belastet habe.

Gleichzeitig hätten zuletzt die neu angekündigte Zölle auf Autoimporte die Unsicherheit verstärkt und weitere Ängste vor einem globalen Handelskonflikt geschürt, sagte ein Händler. Die Kombination aus anhaltendem Preisdruck und handelspolitischen Spannungen sorge für erhöhte Volatilität an den Märkten. «Bis Klarheit über die geldpolitische Richtung des Fed und die Auswirkungen der Zölle besteht, dürfte das Marktumfeld herausfordernd bleiben», so der Experte.

Der Leitindex SMI notierte zum Handelsschluss um 0,21 Prozent leichter bei 12'840,43 Punkten, wobei das Tagestief bei 12'794 und das Tageshoch bei 12'910 markiert wurde. Auf Wochensicht verlor der SMI 1,8 Prozent nach einem Plus von 1,2 Prozent in der Woche davor. Allerdings drückten diese Woche diverse Dividendenabgänge (Roche, Givaudan, Sika, Swisscom) auf den SMI - allein derjenige des Roche GS machte gut ein halbes Prozent im SMI aus.

Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, ermässigte sich am Freitag um 0,42 Prozent auf 2074,03 und der breite SPI um 0,20 Prozent auf 17'096,82 Zähler. Bei den 30 Blue Chips schlossen 20 Titel tiefer und 10 höher.

Dass der SMI nicht stärker ins Minus fiel, war vor allem den defensiven Schwergewichten zu verdanken. Nestlé (+0,8 Prozent auf 90,24 Fr.) etwa eroberten die Marke von 90 Franken wieder zurück. Neben den defensiven Charakter dürften vor allem auch die Spekulationen auf einen Verkauf des Wassergeschäfts zuletzt stützend gewirkt haben, hiess es im Handel. Roche GS (+0,8 Prozent) machten den Dividendenabgang vom Vortag bereits wieder etwas gut, und auch Novartis (+0,3 Prozent) schlossen im grünen Bereich.

Noch etwas stärker legten bei den Blue Chips die Aktien von Sandoz (+1,5 Prozent), die sich nach einem deutlichen Kursrückgang im Februar und Anfang März zuletzt wieder stabiler zeigten. Dahinter folgten noch Givaudan, Lindt Sonova, SGS und Kühne+Nagel mit soliden Gewinnen.

Für das Minus im SMI waren derweil vor allem diverse zyklische Aktien wie etwa ABB (-2,7 Prozent), SIG (-2,1 Prozent) oder VAT (-2,1 Prozent) verantwortlich. Die Aktien von Holcim (-1,1 Prozent) waren anfänglich gesucht, fielen am Nachmittag aber klar ins Minus. Der Zementkonzern informierte am Freitag anlässlich eines Kapitalmarkttages über die Zukunft nach der geplanten Abspaltung des US-Geschäfts Amrize.

Gefragt waren lange auch Adecco (-0,4 Prozent auf 27,30 Fr.), fielen gegen Schluss aber auch ins Minus. Rückenwind hatte es im frühen Handel von Goldman Sachs gegeben. Die US-Bank hatte das Rating für die Aktien des Personalvermittlers auf «Buy» von «Neutral» hochgestuft und das Kursziel auf 42,00 Franken erhöht. Deutlich tiefer schlossen auch Swisscom (-3,9 Prozent), wobei der ganze Verlust mit dem Dividendenabgang erklärt werden konnte.

Auf den hinteren Rängen fielen Meyer Burger (+9,9 Prozent) positiv auf. Das angeschlagene Solarunternehmen hat mit dem italienischen Photovoltaik-Grosshändler Memodo einen Liefervertrag für Hochleistungsmodule abgeschlossen. Gesucht waren auch Galderma (+1,8 Prozent). Hier hat laut Händlern geholfen, dass das UBS Fundmanagment mit einem Anteil von über 3 Prozent ins Grossaktionariat aufgestiegen ist.

Bei Ypsomed (+1,9 Prozent) war derweil von einem verteidigenden Kommentar der Bank of America die Rede, nachdem der Titel in den Tagen davor etwas Mühe gehabt habe. Und nicht zuletzt setzten Sunrise (+2,9 Prozent) den jüngsten Aufwärtstrend fort und machten damit gut die Hälfte des Absturzes im Februar wieder wett.

Unter den grössten Verlierern waren derweil u.a. einige Industrietitel wie Sulzer, Komax, Rieter und R&S mit Abgaben von 3 bis 4 Prozent.

(AWP)