Eine bewegte Woche geht an den Börsen zu Ende. US-Präsident Donald Trump schickte am Mittwoch mit seiner Ankündigung von reziproken Zöllen die Aktienmärkte rund um den Globus auf Talfahrt.
Auch die Schweizer Börsen haben zeitweise massiv verloren. Der Schweizer Leitindex SMI fiel am Freitag um 5 Prozent auf unter 11'700 Punkte. Das ist nochmals weniger als am Vortag, und über die ganze Handelswoche hinweg ergibt sich ein Minus von 9,44 Prozent. Immerhin notiert der SMI 5,85 Prozent höher seit Jahresbeginn.
Vor allem die Valoren von Logitech verdauen das drastische Zollpaket der US-Regierung schlecht und verlieren auf Wochensicht satte 23,17 Prozent. Den Einbruch vom Vortag, der den höchsten Tagesverlust seit Januar 2023 markierte, konnten die Aktien des Schweizer Unternehmens nicht mehr wettmachen. Am Freitagmittag notierten die Titel bei 61,64 Franken, ein Minus von 2,25 Prozent gegenüber dem Vortag und sogar 16,04 Prozent seit Jahresbeginn.
«Logitech gerät wegen der angekündigten US-Zölle besonders unter Druck, da rund 40 Prozent der Produkte in eigenen Werken in China gefertigt werden und weitere Teile der Produktion in Asien und Lateinamerika erfolgen», erklärte Maurizio Porfiri, Anlagechef von Maverix Securities. Obwohl das Unternehmen bereits einen Margenrückgang für 2026 einkalkuliert habe, dürften die jüngsten Zollankündigungen die Analystenschätzungen zusätzlich unter Druck setzen, so Porfiri.
Die USA wollen einen Basiszoll von 10 Prozent auf alle Importe verhängen, bei Waren aus Ländern mit besonders hohen Handelsdefiziten gelten zum Teil deutlich höhere Sätze. Besonders asiatische Waren werden getroffen: Auf Importe aus China soll ab dem 9. April ein Zoll von 34 Prozent gelten, für Waren aus Taiwan 32 Prozent, aus Südkorea 25 Prozent, aus Vietnam sogar 46 Prozent.
Marktentwicklungen drücken Zinsen
Kaum besser erging es den Titeln der UBS. Sie verloren in dieser turbulenten Woche mit 18,93 Prozent am zweitmeisten. Die UBS-Aktie verlor bis Freitagmittag 8,27 Prozent und kostete noch 22,51 Franken. Die aktuelle Marktentwicklung drückt auf die Marktzinsen, was für die Zinserträge der Banken generell ungünstig ist.
Das Tableau der grössten fünf SMI-Verlierer der Woche komplettieren Partners Group (minus 15,60 Prozent), Richemont (minus 14,87 Prozent) und Kühne+Nagel (minus 14,32 Prozent).
Im Sog des sehr schwachen Nasdaq verlieren die Aktien der Partners Group am Freitag weitere 7,90 Prozent, was einem Minus von 7,90 Prozent gegenüber dem Vortag und einem Minus von 5,37 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.
Auch die Aktien des Luxusgüterherstellers, insbesondere Richemont, geben mit minus 8,06 Prozent deutlich nach und kosten nur noch 133,10 Franken (minus 7,96 Prozent gegenüber dem Vortag, aber plus 4,82 Prozent seit Jahresbeginn). Denn rund ein Fünftel der Schweizer Uhrenexporte gehen in die USA. Das Land galt lange als Wachstumsmarkt nach der Chinaschwäche.
Hingegen befürchten die Anleger von Kühne+Nagel, dass der Welthandel unter den Zöllen leiden wird. Die Aktie hat daraufhin um 4,80 Prozent nachgegeben und kostet 176,30 Franken. Noch einen Handelstag zuvor waren die Aktien 0,75 Prozent mehr wert. Zu Jahresbeginn hatten die Papiere noch 10,73 Prozent mehr gekostet.
Swisscom und Givaudan: Die einzigen Gewinner am SMI
Von den 20 SMI-Titeln dürften nur zwei Unternehmen die Woche im positiven Bereich schliessen.
Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan dürfte die Woche als Gewinner im SMI beenden. Am Freitag legt der Kurs um 1,84 Prozent auf 3'928 Franken pro Titel zu. Somit liegt Givaudan auf Wochensicht mit plus 2,17 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Swisscom mit plus 2,14 Prozent. Der Telekomkonzern ist neben der Schweiz nur in Italien tätig und von den Zöllen nicht direkt betroffen. Die Aktie notiert am Freitagmittag dennoch mit 1,69 Prozent im Minus bei 523,50 Franken. Seit dem 1. Januar verzeichnen sie jedenfalls ein Plus von 5,55 Prozent.
Breiter Markt ebenfalls tiefrot
Die Zollturbulenzen sind auch an den Midcaps nicht spurlos vorbei gegangen. Der SPI fällt am Freitag um weitere 2,76 Prozent auf 15'911,21 Punkte, nachdem er bereits am Vortag 2,84 Prozent und auf Wochensicht sogar 7 Prozent einbüsste.
Der Halbleiterhersteller AMS Osram folgt den schwachen US-Technologiewerten und verliert auf Wochensicht 18 Prozent. Auch am Freitag setzt sich die Talfahrt fort und die Titel verlieren weitere 9,12 Prozent. Eine Aktie kostet noch 6,10 Franken.
(cash/AWP)