In der Musette-Studie wurde untersucht, ob eine höhere Dosis des derzeit zugelassenen Ocrevus (Ocrelizumab) Menschen mit schubförmiger Multipler Sklerose einen zusätzlichen Nutzen bringt, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervorgeht.

«Wir wollten sehen, ob die höhere Dosierung den Krankheitsverlauf noch besser aufhalten kann, als die bereits zugelassene Variante», erklärte Amy VanBuskirk, Global Therapeutic Area Lead Neurology, im Gespräch mit AWP.

Während die höhere Dosierung damit keinen zusätzlichen Nutzen brachte, habe sie am Ende die Wirksamkeit der bereits zugelassene Form immerhin untermauert, so die Forscherin weiter. «Die Ergebnisse unterstützen Ocrevus als optimale Dosis zur Verlangsamung des Fortschreitens der Behinderung.»

Wie Roche in der Mitteilung ebenfalls betont, habe das MS-Mittel mit seiner Zulassung 2017 einen «neuen Behandlungsstandard bei Multipler Sklerose gesetzt und ist die am häufigsten verschriebene krankheitsmodifizierende Therapie in den Vereinigten Staaten», heisst es in der Mitteilung.

Er kürzlich sei Ocrevus in einer subkutanen Darreichungsform lanciert worden, die eine Verabreichung deutlich vereinfache und verkürze. Darüber hinaus entwickle Roche eine neuartige hochkonzentrierte Formulierung für eine noch bequemere Verabreichung über ein Gerät am Körper, heisst es in der Mitteilung weiter.

Negative Kursreaktion wahrscheinlich

Dennoch dürfte die Marktreaktion auf die Studiendaten am morgigen Donnerstag zunächst negativ ausfallen. Ocrevus gehört zu den Mitteln, dessen Patentschutz in absehbarer Zukunft ausläuft. In Richtung 2028/29 dürfte das Mittel seinen Schutz zunächst in den USA und dann Europa verlieren - vorausgesetzt der Schutz kann nicht durch eine neuartige Formulierung verlängert werden.

Eine solche Verlängerung könnte für zusätzliche Umsätze zwischen 1 und 2 Milliarden Franken sorgen, wie Roche anlässlich seiner Jahreszahlen Ende Januar in einer Präsentation gezeigt hatte. Mit 6,7 Milliarden Franken hat es 2024 von allen Arzneien den grössten Beitrag zum Konzernumsatz geleistet.

Erst zum Wochenstart hatten denn auch die Analysten der Bank of America in einer aktuellen Studie geschrieben, dass sie Ocrevus in der höheren Dosierung einen Spitzenumsatz von etwa 2 Milliarden zutrauten. Für die Experten hätte die höhere Dosis die Möglichkeit einer erhöhten Wirksamkeit und damit Marktanteilsgewinne ermöglicht, wie sie in dem Report schrieben.

(AWP)