Ab heute Mittwoch übernehme Jochen Breckner (47) den Posten von Finanzchef Lutz Meschke, teilte die Volkswagen-Tochter am Dienstag mit. Zugleich werde Vertriebschef Detlev von Platen von Matthias Becker (54) abgelöst. Beide arbeiten schon länger bei Porsche.

Der promovierte Betriebswirt Breckner leitete zuletzt das Generalsekretariat und die Unternehmensentwicklung des Dax-Konzerns nach einer Karriere im Controlling. Becker führte den Vertrieb in der Region Übersee und Wachstumsmärkte und war vor seinem Wechsel vor zehn Jahren zu Porsche bei Audi, Skoda und Volkswagen Vertriebs- und Marketingmanager.

Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche würdigte die Leistungen von Meschke und von Platen. Meschke verlässt die Sportwagenschmiede nach 24 Jahren, von Platen war sogar 28 Jahre als Führungskraft für Porsche tätig. Meschke bleibt allerdings Vorstandsmitglied bei der VW- und Porsche-Hauptaktionärin Porsche SE, wie die Holding zugleich erklärte. Er solle das Ressort Beteiligungsmanagement vorantreiben und die Investitionsstrategie weiterentwickeln.

Krise bei Porsche

Porsche hatte die «einvernehmliche» Trennung von Meschke und von Platen Anfang Februar angekündigt. Vize-Porschechef Meschke wurden Ambitionen nachgesagt, Oliver Blume, der zugleich VW-Konzernchef ist, als Vorstandsvorsitzenden abzulösen. Auch der Einbruch im China-Geschäft und der schwache Aktienkurs sollen für Kritik an den Managern gesorgt haben.

Die neuen Manager gehen in einer schwierigen Phase an den Start: Bei der VW-Tochter geht es seit einiger Zeit drunter und drüber. Im Oktober musste Meschke einen Gewinneinbruch für die ersten drei Quartale von gut einem Viertel bekannt geben und erklärte, Porsche rechne noch länger mit einem schwachen China-Geschäft.

Die Schwaben verkauften am weltweit grössten Automarkt im vergangenen Jahr 28 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr, weil sich wohlhabende Kunden aufgrund der Immobilienkrise weniger Luxus leisten. Porsche verfolgte zudem die Strategie, der schwachen Nachfrage bewusst nicht mit niedrigeren Preisen zu begegnen, um die Profitabilität zu schützen.

Im Februar kündigte der Sportwagenbauer an, dass die Umsatzrendite bei weiter sinkendem Absatz in diesem Jahr auf zehn bis zwölf Prozent absacken wird. Jahrelang waren 15 Prozent für Porsche das Minimum, mittelfristiges Ziel sind sogar mehr als 20 Prozent. Doch das China-Debakel liess die Marge 2024 auf 14 Prozent sinken.

US-Einfuhrzölle könnten Porsche hart treffen. Ein Sparprogramm wurde eingeleitet. Personalchef Andreas Haffner konkretisierte kurz darauf gemeinsam mit Betriebsratschef Harald Buck in einem gemeinsamen Interview, was das für die Beschäftigten heisst: Rund 1900 Stellen werden in den kommenden Jahren am Stammsitz Stuttgart-Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum Weissach sozialverträglich abgebaut.

(Reuters)