Die Aktien des Westschweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé notieren am Morgen an der Schweizer Börse bei 90 Franken pro Titel. Das sind 0,42 Prozent mehr als am Vortag. Seit Jahresbeginn legte der Titel um 15,78 Prozent zu. Der Schweizer Leitindex SMI verliert am Freitagmorgen 1,1 Prozent, was seit Jahresanfang einem Plus von 5,85 Prozent entspricht.
Morgan Stanley hingegen sieht für die Valoren von Nestlé Abwärtspotential. Die US-Investmentbank passt ihr Kursziel auf 79 Franken von 74 Franken pro Aktie an und stuft sie auf «Untergewichten» von «Marktgewichten» herab. Zudem raten die zuständigen Analysten Investoren in die Aktien des französischen Erzrivalen Danone umzuschichten.
Damit zeigt sich Morgan Stanley pessimistischer als die übrigen Analysten. Von den insgesamt 27 von Bloomberg konsultierten Analysten stufen 13 die Aktien von Nestlé mit «Kaufen», 12 mit «Halten» und lediglich 2 mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel für 12 Monate sehen sie bei 90,42 Franken.
Nestlé in den USA vor Gericht
Eine US-Bezirksrichterin gab am Mittwoch grünes Licht für ein Verfahren, in dem Nestlé und anderen Firmen vorgeworfen wird, dass Babynahrung mit giftigen Schwermetallen kontaminiert war und bei Kindern Gehirn- und Neuroentwicklungsschäden verursachte.
Die Eltern könnten versuchen zu beweisen, dass fehlerhafte Herstellung, Fahrlässigkeit und unterlassene Warnungen bei mehr als 600 Babynahrungsprodukten bei ihren Kindern zu Autismus und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen geführt hätten.
Das Verfahren richtet sich neben Nestle auch gegen Hero, Walmart, Hain Celestial, Danone, Sun-Maid Growers of California und Neptune Wellness Solutions. Die Eltern werfen einigen Firmen vor, dass sie die internen Grenzwerte für die Unbedenklichkeit von Arsen, Kadmium, Blei und Quecksilber in Babynahrung nicht einhielten, während andere sich nie mit diesem Thema befasst hätten.
(cash/Reuters)