Letztmals so hoch standen die Genussscheine von Roche mit 293 Franken Anfang 2022. Zwischenzeitlich ging es mit dem Pharmawert auf ein Mehrjahrestief von 214,10 Franken Anfang Mai 2024, ehe sich der Kurs erholte. Verschiedene Faktoren haben dazu beigetragen. 

Der Pharmakonzern hat eine prall gefüllte Pipeline mit einigen vielversprechenden Kandidaten. Besonders beflügelt wurde die Fantasie der Anlegerinnen und Anleger bei den Abnehmmitteln, wo Roche mit der Übernahme von Carmot im Dezember 2023 aktiv wurde. Das Anfang März angekündigte Lizenzabkommen zwischen Roche und dem dänischen Unternehmen Zealand Pharma zur Weiterentwicklung und Vermarktung von Petrelintid hat dem Aktienkurs weiteren Schub verliehen.

Dieser Wirkstoff von Zealand Pharma kann in Kombination mit Roches Wirkstoff CT-388 gegen Fettleibigkeit angewendet werden. Zudem kann Roche damit in den Bereich Nieren, Herz-Kreislauf und Stoffwechsel verschiedene Erkrankungsformen besser adressieren und zugleich mit den anderen Anbietern konkurrieren. Roche müsse sein Therapieangebot weiter ausbauen, schrieb Thomas Schneider, Analyst bei Vontobel, in einem Kommentar Anfang März dazu. 

Ein nicht unwesentlicher Faktor für die höheren Kurse in 2024 ist die Umsatz- und Gewinnentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Diese fiel etwas besser als erwartet aus und somit weniger negativ als befürchtet. 

Eine Konsolidierungsphase scheint nun angebracht. Bis die Pipeline-Produkte erfolgreich auf dem Markt sind, dürfte noch einige Zeit vergehen. Zudem sorgt die US-Zollpolitik für Verunsicherung, was den Höhenflug in den nächsten Monaten ausbremsen könnte. Ebenso dürfte der sinkende Risikoappetit der Investierenden nicht spurlos an Roche vorübergehen. 

Thomas Daniel Marti
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