«Es ist eine Überraschung gewesen, wie hoch diese Zahl ist», sagte Petra Tschudin, eines der drei Direktoriumsmitglieder der Schweizerischen Nationalbank (SNB), am Donnerstag auf einer Veranstaltung. US-Präsident Donald Trump verhängte am Mittwoch Zölle in Höhe von 31 Prozent auf Einfuhren aus der Schweiz.
Die Abgaben auf Importe aus der Europäischen Union (EU) und aus Grossbritannien sind mit 20 Prozent und zehn Prozent deutlich niedriger. Importe der wichtigen Pharmabranche sind allerdings vorerst von Zöllen ausgenommen.
Es bestünden nun sicher gewisse Abwärtsrisiken für die Schweizer Wirtschaft, sagte Tschudin. Die USA seien der wichtigste Exportmarkt der Alpenrepublik. «Aber was man sich vor Augen halten muss, ist, weshalb ist die Schweiz so stark im Export», erklärte sie. «Die Schweizer Wirtschaft exportiert hohe Qualität und ich denke, das ist etwas, was uns vermutlich etwas helfen wird.»
Der Dollar sank nach Trumps Zollankündigung auf den tiefsten Stand seit fast sechs Monaten: Die US-Devise war zeitweise für 0,8589 Franken zu haben, nachdem sie am Vorabend noch 0,8837 Franken gekostet hatte.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte jahrelang im grossen Stil Fremdwährungen gekauft, um eine zu starke Aufwertung des Franken zu verhindern. Das hatte der Schweiz von Seiten der US-Behörden wiederholt den Vorwurf eingebracht, sie sei ein Währungsmanipulator.
Die USA führen seit 2015 eine halbjährlich aktualisierte Liste mit - aus Sicht des US-Finanzministeriums - möglichen Währungsmanipulatoren weltweit. Das sind Länder, welche ihre Währung nicht dem freien Markt überlassen, sondern sie zum Beispiel durch Devisenmarktinterventionen zum eigenen Vorteil steuern.
In der Schlussphase der ersten Regierung Trump im Jahr 2020 erfüllte die Schweiz aus US-Sicht die Kriterien einer Währungsmanipulatorin und landete auf dieser Liste. Theoretisch drohen diesen Ländern Zölle auf Exportprodukte in die USA. Unter der Regierung Biden verschwand die Schweiz wieder von der Liste.
«Die Schweiz ist kein Währungsmanipulator», sagte SNB-Präsident Martin Schlegel vor einer Woche. Die SNB habe in der Vergangenheit Eingriffe am Devisenmarkt nicht eingesetzt, um der Schweizer Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Und sie werde das Instrument wenn nötig wieder einsetzen, um die Geldpolitik zu steuern. stehen.»
(Reuters/cash)