Der Basler Dentalimplantate-Hersteller Straumann erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 2,49 Milliarden Franken bei einem organischen Wachstum von 13,1 Prozent. Somit gehen die vierzehn befragten Analysten davon aus, dass Straumann in etwa wie in Aussicht gestellt wachsen dürfte.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sollte bei 635 Millionen Franken zu stehen kommen, die Kernmarge bei 656 Millionen Franken. Der Konsens liegt bei der Kernmarge mit 26,4 Prozent aktuell etwas unter den von Straumann selbst prognostizierten 27 bis 28 Prozent. Zudem prognostizieren die Analysten einen Anstieg der Dividenden auf 0,95 von 0,85 Franken.
Das Hauptthema dürften vor allem die beiden Schlüsselmärkte USA und China sein. Hier gehen die Einschätzungen etwas auseinander. So warnt die UBS etwa, dass sich die Nachfrage in China zuletzt merklich abgeschwächt haben dürfte. In den USA wiederum könnten die anhaltend hohen Zinsen die Nachfrage beeinträchtigt haben. Es sei daher vor allem der Blick nach vorne für diese beiden Regionen, der bei der Zahlenvorlage dann im Zentrum stehen werde, heisst es einstimmig von Expertenseite.
Angehobene Prognose im Fokus
Zuletzt hatte Straumann die im Sommer angehobene Prognose bekräftigt, wonach der Umsatz im Gesamtjahr im tiefen zweistelligen Prozentbereich wachsen soll. Die Profitabilität (Kern-EBIT-Marge) soll bei 27 bis 28 Prozent zu liegen kommen. Im ersten Halbjahr lag diese Kennzahl bei 27,8 Prozent. In allen Regionen soll in den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert und weitere Marktanteile gewonnen werden.
Bei den Umsatzzahlen zu den ersten neun Monaten hatte sich CEO Guillaume Daniellot zuversichtlich für die Geschäfte in China im Schlussquartal gezeigt. Zwar hatte sich nach dem starken Wachstum im ersten Halbjahr, das der aufgestauten Nachfrage nach Corona und der Einführung der volumenbasierten Beschaffung geschuldet war, in China im dritten Quartal eine gewisse Normalisierung abgezeichnet. «Wir erwarten aber immer noch ein sehr gutes, zweistelliges Umsatzwachstum im vierten Quartal», sagte der CEO seinerzeit im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Mit dem neuen Beschaffungsmodell der Regierung in Peking seien die Implantatpreise für Endkunden stark gesunken, was die Nachfrage ankurbelte. «China bleibt eine grosse Wachstumschance». Für 2025 gebe es zwar noch keine Guidance, aber er sei auch für das kommende Jahr «sehr zuversichtlich».
Die Straumann-Aktien haben seit Jahresbeginn um rund 11 Prozent zugelegt und damit den Gesamtmarkt SPI (+10 Prozent) leicht übertroffen. Im Vorjahr hatten die Titel allerdings noch rund 16 Prozent eingebüsst.
(AWP)