In der EZB mehren sich die Stimmen für weitere Zinssenkungen. Direktoriumsmitglied Piero Cipollone sagte in einem am Montag in der spanischen Zeitung «Expansion» veröffentlichten Interview, Schlüsselfaktoren wie der Rückgang der Energiepreise und die Aufwertung des Euro stärkten die Argumente für weitere Senkungen. Die aktuellen Bedingungen machten eine weitere Lockerung der Geldpolitik denkbar, da die Aussichten weiterhin mit den Prognosen vom März übereinstimmten. «Die uns vorliegenden Informationen lassen es wahrscheinlich erscheinen, dass das Inflationsziel früher erreicht wird, als die jüngsten Prognosen vermuten liessen», fügte der Italiener hinzu.
Auch Griechenlands Notenbankchef Yannis Stournaras hatte zuletzt Signale in Richtung einer möglichen weiteren geldpolitischen Lockerung gesendet. Aus seiner Sicht weisen alle Wirtschaftsdaten und -vorhersagen auf eine erneute Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 17. April hin.
Die EZB hat seit Mitte 2024 angesichts eines nachlassenden Inflationsdrucks die Schlüsselsätze sechsmal nach unten gesetzt - zuletzt Anfang März um 0,25 Prozentpunkte. Der Einlagensatz liegt damit aktuell bei 2,50 Prozent. Die Volkswirte der Zentralbank, die eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt, rechnen in ihrer Anfang des Monats aktualisierten Prognose für dieses Jahr mit einer Teuerungsrate von 2,3 (Dezember: 2,1) Prozent. Für 2026 werden unverändert 1,9 Prozent vorausgesagt. Für 2027 wurde die Prognose auf 2,0 (bisher: 2,1) Prozent gesenkt.
(Reuters)