Die Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump erweisen sich als Belastungsfaktor für die US-Währung.
Zum Dollar gewinnt der Franken am Donnerstag 2,2 Prozent bis auf 0,8590. Das ist der grösste Tagesgewinn seit dem 16. Juni 2022, als die Schweizerische Nationalbank den Leitzins von 0,75 Prozent auf 0,25 Prozent lockerte.
Am Vorabend ging das Paar zu 0,8824 über den Tisch. Der Franken befindet sich nun gegen den Dollar auf dem höchsten Stand seit Anfang Oktober 2024.
Dass Investoren aktuell nach sicheren Häfen suchen, zeigt sich beim Euro/Franken-Paar. Allerdings fallen die Veränderungen deutlich moderater aus, wie der derzeitige Kurs von 0,9536 nach 0,9579 am Mittwochabend zeigt.
Generell hat Trump mit seinen Zollankündigungen für eine erhöhte Volatilität an den Märkten gesorgt. «Die Märkte dürften kurzfristig noch auf Verhandlungserfolge hoffen», heisst es bei der Deka Bank in einem Kommentar. Falls es hier weder bei China noch Europa oder Japan zeitnah grössere Erfolge gebe, dürfte die Flucht in Sicherheit anhalten.
«Bemerkenswert bleibt, dass der US-Dollar nicht als sicherer Hafen profitiert, sondern Euro und Yen ihm gegenüber aufwerten.» Offenbar sähen Anleger vor allem Risiken für die USA.
Auch der Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank hebt die deutliche Dollar-Schwäche nach den angekündigten Importzöllen hervor. «Der Markt geht offensichtlich davon aus, dass diese Zölle die US-Konjunktur belasten und/oder die US-Notenbank Fed dem inflationären Effekt nicht hinreichend mittels strafferer Geldpolitik entgegentritt.»
Analysten zufolge halten die Investoren dem Euro auch zugute, dass sich Europa angesichts der US-Zölle auf die Unterstützung seiner Wirtschaft konzentriert.«Mit Blick auf Europa sind die Hoffnungen deutlich gestiegen, dass die ambitionierten Fiskalpläne die Konsum- und Investitionsbedingungen nachhaltig verbessern und den Wirtschaftsraum auf einen höheren Wachstumspfad führen», sagt Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz. Seiner Ansicht nach dürfte sich aber rasch abzeichnen, dass diese Erwartungen vor allem kurzfristig überzogen sind. Auch für Europa seien Abwärtsrisiken mit den hohen Importzöllen in den USA gestiegen.
(cash/AWP/Reuters)