Der Gesamtmarkt gemessen am SMI verliert am Donnerstag 1,7 Prozent. Grund dafür ist die neue Zollpolitik Donald Trump. Es ist der bisher aggressivste und folgenschwerste Schritt in der Handelspolitik des US-Präsidenten. «Der Liberation Day übertrifft die schlimmsten Befürchtungen», schreibt Raiffeisen dazu.
Die USA implementieren flächendeckende Importzölle. Neben einem 10-prozentigen Basiszoll, der für sämtliche Waren gilt, werden für die einzelnen Staaten individuelle Zusatzzölle festgelegt. Für Exporte aus der Schweiz gilt ab dem 9. April ein Zollsatz von 31 Prozent. Die US-Regierung nannte Währungsmanipulation und andere Handelsbarrieren als Faktoren.
Diese Meldungen treffen unter anderem die Schweizer Uhrenbranche hart. Für Richemont und Swatch stellen die USA den wichtigsten Auslandsmarkt dar. So verliert Richemont an der Börse 5 Prozent, während die Aktie von Swatch 4 Prozent nachgibt. Um die Importzölle zu kompensieren, müssen die Uhrenhersteller die Preise auf ihren Produkten laut den Berechnungen der ZKB in den USA um rund 11 bis 13 Prozent erhöhen. Da dies wohl nicht vollumfänglich umgesetzt werden könne, sei mit Druck auf die Margen zu rechnen.
Auch die Pharmabranche ist exponiert. Wie ein Experte festhält, machen Pharmaexporte mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte aus. Es herrscht aktuell jedoch noch eine gewisse Unklarheit, inwieweit die Produkte von den Zöllen betroffen sein werden, oder ab sie ausgeschlossen sind. So verlieren Roche 2,5 Prozent, wobei der Konzern auch von einem Forschungsrückschlag mit hochdosiertem MS-Mittel Ocrevus getroffen wird.
Überdurchschnittliche Verluste von klar über 2 Prozent sind ausserdem bei Partners Group (-4 Protent), Holcim, Sika und ABB (-3 Prozent), und Alcon (-4 Prozent) zu sehen. Bei diesen Titeln dürften insbesondere Befürchtungen über höhere Materialkosten und erschwerter Zugang zu Produktionsressourcen (wie Rohstoffe oder elektronische Komponenten), die durch Zölle teurer werden, belastend wirken.
Einer der höchsten Verluste muss Logitech (-9,5 Prozent) verkraften. Der Computerzubehörhersteller ist stark auf internationale Produktions- und Lieferketten angewiesen. Auch Chip-Spezialist VAT verliert 3,6 Prozent. Für Kühne+Nagel (-4 Prozent) wirkt sich eine potenzielle Verringerung des globalen Handelsvolumens ebenso negativ aus. Die UBS (-5 Prozent) leidet laut Experten unter den Marktentwicklungen, die auf die Marktzinsen drückten. Dies ist generell eher von Nachteil für die Zinseinkünfte der Banken.