Der Fokus lag diese Woche insbesondere auf den Jahreszahlen für 2024, die am Dienstag publiziert wurden. Das Medizinaltechnik-Unternehmen erzielte 2024 ein Kernumsatzwachstum von 11,7 Prozent, angetrieben durch ein zweistelliges Wachstum in EMEA und den USA. Die zuständige Analystin von Octavian fügt an: «Medartis hat 2024 eine solide Kern-EBITDA-Marge von 19 Prozent erreicht, und diese bildet die Grundlage für eine gesunde Cash-Generierung.»
Grössere Gewichtung legten Marktteilnehmer auf die Zukunftsaussichten: Vor allem in den USA soll das Wachstum vorangetrieben werden. «Uns ist schnell klargeworden, dass vor allem das Geschäft mit den oberen Extremitäten und da vor allem Hand und Handgelenk der Markt ist, wo wir wachsen können», äussert sich US-Chef David Thoni. Also habe Medartis angefangen, sein ganzes Distributionsnetzwerk zu analysieren und zu straffen.
Wie die vorgelegten Zahlen auch zeigten, war das Geschäft in Asien und Lateinamerika rückläufig. Medartis berichtete, dassb die Marktbedingungen in diesen Vertriebsregionen anhaltend schwierig blieben. In Lateinamerika will Medartis den Fokus nun auf Diversifikation legen, während der Konzern bislang vor allem im Premium-Segment aktiv war. Zusammen mit den vorgelegten Zahlen kündigte die Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung (51 Prozent) am brasilianischen Unternehmen NeoOrtho an, das vor allem im sogenannten Value-Markt aktiv ist.
Diese Entwicklung bewertet die Octavian-Analystin nebst den Plänen in den USA als einer der wichtigsten Wachstumstreibern. Aber auch die Markteinführung vom Flaggschiffprodukt KeriTouch in den USA dürfte für eine starke Dynamik sorgen, so die Analystin. Die erfolgreiche Umsetzung der US-Wachstumsstrategie sehe sie jedoch als zentralen Punkt für den Investmentcase.
Angesichts des attraktiven langfristigen Potenzials sei der aktuelle Aktienkurs ein guter Einstiegszeitpunkt. Das Kursziel erhöht sie auf 98 von 87 Franken mit der Einstufung «Buy». Mit diesem Rating schliesst sie sich dem Analystenkonsens an und liegt gar über dem durchschnittlichen Kursziel, das mit 91,13 Franken 20 Prozent Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau impliziert.
Die konkrete Prognose von Medartis deutet auf einen bescheideneren Wachstumsausblick hin als von Analysten erwartet, wobei die Umsatz-Wachstumsschätzungen für das laufende Geschäftsjahr niedriger ausfallen als der Konsens. Trotzdem entspricht die EBITDA-Margenprognose im Bereich der hohen Zehnerprozente den Erwartungen, was auf eine stabile Gewinnentwicklung trotz niedrigerer Wachstumsprognosen hindeutet.
Analysten von Stifel betonten, dass der mittelfristige Ausblick des Unternehmens für Investoren wichtiger sei als die konservative Prognose für 2025. Das mittelfristige Bild, welches derzeit noch weitgehend unbekannt ist, soll bei den Roadshows in der Schweiz und London entstehen. Auch der amtierende CEO Matthias Schupp, der erst seit Anfang November 2024 im Amt ist, muss das Vertrauen der Marktteilnehmer erst noch gewinnen.
(cash)