US-Präsident Donald Trump hat als Teil seiner mit Spannung erwarteten Zölle auf Importe eine Quote von 20 Prozent für die Europäische Union bekanntgegeben. In ersten Reaktionen hiess es dazu:
CARSTEN BRZESKI, ING-CHEFVOLKSWIRT:
«Die 1930er Jahre sind zurück.»
EIKO SIEVERT, SCOPE RATINGS:
«Wir gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA und ihren Handelspartnern nach der Einführung von Zöllen abschwächen wird. Gleichzeitig werden die Zölle aber auch zu höheren Staatseinnahmen in den USA führen, auch wenn die tatsächlichen Einnahmen deutlich unter der Schätzung der Regierung von rund 600 Milliarden US-Dollar (rund zwei Prozent des BIP) pro Jahr liegen dürften. Sollten die aus den Zöllen resultierenden Staatseinnahmen für die Umsetzung der versprochenen Steuersenkungen verwendet werden, bleibt unklar, wie sich die fiskalische Entwicklung der USA kurzfristig deutlich verbessern kann.
Trotz der sich verschlechternden fiskalischen Aussichten verfügen die USA nach wie vor über wichtige Kreditstärken. Dazu gehören die Position der US-Staatsanleihen als globaler sicherer Vermögenswert ('safe asset'), der Dollar als globale Reservewährung und die tiefen und liquiden Kapitalmärkte, die alle dazu beitragen, die längerfristigen Risiken für die Schuldentragfähigkeit zu mindern - selbst wenn die Staatsverschuldung höher ist als die anderer Staaten.
Das von Präsident Trump erklärte Ziel, die Regulierung zu lockern, könnte kurzfristig das Wachstum in bestimmten Sektoren fördern, jedoch mittel- bis langfristig die Risiken erhöhen. Insbesondere die bevorstehende Deregulierung des Finanzsektors könnte die Risiken im Finanzsystem erhöhen, vor allem zu einer Zeit, in der Kreditnehmer mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert sind.»
SALOMON FIEDLER, BERENBERG BANK:
«Zwischen den Zeilen gelesen scheint Donald Trump mit seinen Zöllen zwei Ziele zu verfolgen: Zum einen sind sie Verhandlungsmasse. Für jedes mit Zöllen belegte Land hat die US-Regierung eine Liste mit angeblichen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen erstellt. Dies sollte einen Einstiegspunkt in Verhandlungen bilden, um die Zölle wieder etwas zurückzudrehen – wie wir es auch für unsere Prognosen unterstellt haben.
Zum anderen sollen die Zölle Einnahmen für den US-Fiskus generieren. Das Minimum, unter das die Zölle nicht fallen sollen, scheint eine Rate von zehn Prozent zu sein. Während die meisten Länder nur mit Zöllen in Höhe der Hälfte der ihnen von der US-Regierung nachgesagten Handelshemmnisse belegt wurden, bekamen Länder, welche selbst nur angebliche zehn Prozent verlangten, keinen solchen Rabatt.»
(Reuters)