Angeschoben durch die Übernahme des dänischen Finanzsoftware-Spezialisten SimCorp und der weiterhin hohen Zinsen baute der Börsenbetreiber seinen Konzerngewinn im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um 13 Prozent auf 498,6 Millionen Euro aus, wie das Unternbehmnen am Mittwochabend mitteilte. «Auch im zweiten Quartal konnten wir unser Wachstum über alle Segmente hinweg weiter vorantreiben», erklärte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer. Die Nettoerlöse legten um 19 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zu.

Neben SimCorp hätten auch Marktanteilsgewinne und neu gewonnene Kunden zum Umsatzwachstum beigetragen. «Zudem blieb das Zinsumfeld im ersten Halbjahr entgegen den Erwartungen zum Jahresanfang auf einem konstant hohen Niveau», erklärte Pottmeyer. Der operative Gewinn (Ebitda) sei um 16 Prozent auf 848,1 Millionen Euro gestiegen. Das Commodity-Geschäft habe sich besser als erwartet entwickelt. Abermals sei der Handel mit Zinsprodukten rege gewesen. Dazu habe die Ungewissheit beigetragen, wann die Notenbanken Zinssenkungen vornehmen würden. Inzwischen hat in der Euro-Zone die EZB Anfang Juni erstmals seit 2019 wieder die Zinsschraube gelockert.

Für das Gesamtjahr rechnet die Deutsche Börse nun mit Nettoerlösen von mehr als 5,7 Milliarden Euro und mit einem operativen Gewinn von mehr als 3,3 Milliarden Euro. Bislang hatte der scheidende Firmenchef Theodor Weimer, der das Ruder zum Jahresende an den früheren Investmentbanker Stephan Leithner übergeben wird, einen Anstieg der Nettoerlöse auf mehr als 5,6 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von mehr als 3,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Börse erwartet zudem nun dank der anhaltend hohen Leitzinsen für 2024 ein Nettozinsergebnis auf Vorjahresniveau oder sogar leicht darüber.

(Reuters)