Die Staatsanwaltschaft Köln hat eine weitere Anklage wegen Cum-Ex-Geschäften erhoben, diesmal gegen einen Ex-Manager der Varengold Bank, deren ehemaliger Vorstandsvorsitzende bereits wegen seiner Rolle in dem Skandal verurteilt wurde.

Die Anklage richte sich gegen den ehemaligen Varengold-Manager, der seit längerem mit den Ermittlungsbehörden kooperiert hat, hiess es aus informierten Kreisen. Eine Sprecherin des Landgerichts Bonn bestätigte zwar den Eingang einer weiteren Anklage, wollte aber keine Details zur Identität des Mannes oder des Kreditinstituts nennen. Björn Gercke, der Verteidiger des Angeschuldigten, lehnte es ab, sich zur Sache zu äussern.

Das Verfahren gehört zum selben Komplex wie das von Sebastian Qureshi, dem Ex-CEO des Hamburger Kreditinstituts. Er war im vergangenen Jahr in Bonn verurteilt worden wegen seiner Rolle in Cum-Ex-Geschäften, die laut Gericht einen Schaden von 92 Millionen Euro verursachten. Qureshi hatte gestanden und wurde zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Cum-Ex-Transaktionen nutzten aus, wie früher Dividendensteuern erhoben wurden. Mittels Leerverkäufen und anderen Transaktionen liessen sich die beteiligten Personen Steuern doppelt zurückerstatten. In Deutschland wird gegen rund 1'800 Personen aus der Finanzbranche ermittelt.

(Bloomberg)