Vom Biotechunternehmen Suzhou Puhe BioPharma erwarb Bayer eine exklusive weltweite Lizenz zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung eines Mittels zur Behandlung bestimmter solider Tumore, wie der Pharma- und Agrarkonzern am Mittwoch mitteilte. Finanzielle Details des Deals wurden nicht bekanntgegeben.

Der Wirkstoff, der unter dem Projektnamen BAY3713372 entwickelt wird, ist ein sogenannter PRMT5-Inhibitor und zielt auf MTAP-deletierte Tumore ab - eine Krebsart, bei der das MTAP-Gen, das eine wichtige Rolle im Zellstoffwechsel spielt, verloren gegangen ist. Laut Bayer kommen MTAP-Deletionen bei etwa zehn bis 30 Prozent aller Krebsarten vor. PRMT5-Inhibitoren gelten als vielversprechender Therapieansatz für diese Krebsart. «Der innovative Wirkmechanismus, bei dem Tumorzellen effektiv angegriffen werden können, aber gesunde Zellen verschont bleiben, ist sehr vielversprechend», erklärte Bayer-Pharmamanager Jürgen Eckhardt.

Bayer hat mit dem Wirkstoff bereits eine klinische Phase-1-Studie gestartet und stärkt damit seine Pipeline in der Präzisionsonkologie. Mit dem Deal reiht sich das Leverkusener Unternehmen in die jüngste Einkaufstour westlicher Pharmakonzerne in China ein. Erst am Dienstag hatte der US-Pharmakonzern Merck & Co ein bis zu zwei Milliarden Dollar schweres Abkommen mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals für ein neues Herzmedikament angekündigt. Die dänische Novo Nordisk sicherte sich zu Wochenbeginn für bis zu zwei Milliarden Dollar die Rechte an einem neuen Abnehmmedikament des chinesischen Unternehmens United Laboratories.

(Reuters)