Die geplanten Zölle im mittlerweile wichtigsten Absatzmarkt dürften die Uhrenbranche hart treffen. Die Uhrenhersteller hatten gehofft, dass die Branche von derart hohen US-Zöllen verschont wird.

Bis um 09.20 Uhr verlieren die Inhabertitel der Swatch Group 4,4 Prozent auf 140,90 Franken und die Papiere von Richemont fallen um 4,3 Prozent auf 147,70 Franken. Damit zählen die beiden Titel zu den grössten verlieren am Gesamtmarkt, der gemessen am SMI um 1,7 Prozent nachgibt.

Die geplanten Importzölle der USA auf Güter und Waren aus der Schweiz in Höhe von 31 Prozent seien schlechte Nachrichten für die Schweizer Uhrenbranche, schreibt Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel. Schliesslich würden die USA knapp ein Fünftel der Schweizer Uhrenexporte sowie in etwa auch der Umsätze der grossen Vertreter Swatch und Richemont ausmachen.

Weniger hart dürften die US-Zölle nach Meinung des Vontobel-Luxusgüterexperten die Uhren zu höheren Preisen treffen, da die Konsumentinnen und Konsumenten da weniger preissensitiv seien. Härter werde dagegen die neue Ausgangslage den Absatz von Uhren aus dem Einstiegspreis- und dem mittleren Preissegment belasten.

Zwar liessen sich die Käufer teurer Uhren in der Regel weniger von steigenden Preisen abschrecken, heisst es bei Jefferies ergänzend dazu. Angesichts der Gefahr eines sich abschwächenden Dollars dürfte die Zurückhaltung bei US-Luxusgüterkunden aber zunehmen.

Auch die ZKB sieht die Zölle als grosse Herausforderung für die Uhrenbranche. Um die Importzölle zu kompensieren, müssen die Uhrenhersteller die Preis auf ihren Produkten laut den Berechnungen der ZKB in den USA um rund 11 bis 13 Prozent erhöhen. Da dies wohl nicht vollumfänglich umgesetzt werden könne, sei mit Druck auf die Margen zu rechnen.

Die Folgen der US-Zollpolitik dürften schwerwiegender als bislang befürchtet ausfallen, fassen die Analysten von RBC zusammen.

(AWP)