Der Antrag für die Verlegung des Firmensitzes nach Baar ZG per 1. November 2025 sei mit einer «sehr klaren Mehrheit» der Aktionärsstimmen gutgeheissen worden, teilte das Unternehmen am Mittwochabend im Anschluss an die Generalversammlung in Genf mit. Die Aktionäre hätten zudem alle weiteren Anträge des Verwaltungsrats gutgeheissen.

Emotionale Diskussion

Die Diskussion sei «sehr emotional» gewesen, sagte der Direktor der Genfer Industrie-. Dienstleistungs- und Handelskammer (CCIG), Vincent Subilia, am Mittwochabend gegenüber der Nachrichtenagentur AWP: Schlussendlich sei der Antrag aber dennoch mit einer Mehrheit von fast 90 Prozent der Aktionärsstimmen gutgeheissen worden.

Viele Aktionäre, die sich gegen den Vorschlag aussprachen, hätten das Vorhaben als einen «Verrat» empfunden, sagte Subilia. Auch der CCIG-Direktor hatte an der Generalversammlung sich gegen den Wegzug des «letzten börsenkotierten multinationalen Unternehmens» gewehrt: Der CCIG nehme die Sitzverlegung «mit Konsternation» zur Kenntnis, nachdem SGS gut 110 Jahr in Genf verankert gewesen sei.

Rund 150 Angestellte betroffen.

SGS hatte den geplanten Sitzwechsel im Februar anlässlich der Präsentation der Bilanzzahlen angekündigt. SGS-Chefin Géraldine Picaud verwies im Schreiben an die Aktionäre auf «signifikante» Kosteneinsparungen dank des Umzuges in den steuergünstigen Deutschschweizer Kanton. Die Vertreter des Kantons Zug seien der Umsiedlung sehr positiv gegenübergestanden, hiess es.

Der Warenprüf- und Inspektionskonzern beschäftigt an seinem Hauptsitz rund 150 Angestellte bei einer Mitarbeiterzahl von gegen 100'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit. Ein Stellenabbau sei mit der Verlegung des Hauptsitzes aber nicht verbunden, hiess es im Vorfeld. Den betroffenen Angestellten wolle das Unternehmen «bestmögliche Angebote» für die Relokalisierung anbieten.

Zudem werde SGS Genf nicht den Rücken kehren, hiess es von Seiten des Unternehmens weiter. So werde einer von fünf Mitarbeitenden in der Schweiz in Genf stationiert bleiben, um hier mit den langjährigen Kunden und den lokalen Partnern zusammenzuarbeiten.

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(AWP)