Konkret ging es um eine Wandelanleihe über 200 Millionen Franken, die bereits am 17. Januar 2025 fällig wurde, nach der Veröffentlichung der Einladung zur Versammlung aber ausgesetzt wurde. Nach den Beschlüssen wird das Fälligkeitsdatum um acht Monate auf den 17. September 2025 verlängert.

Die sei aber nur ein erster Schritt, hiess es nun in einer am heutigen Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. In einem weiteren Schritt in Richtung Umstrukturierung beabsichtigt Idorsia den Angaben zufolge, Einladungen zu Anleihegläubigerversammlungen zu veröffentlichen, um die Bedingungen der Anleihen mit Fälligkeit 2025 sowie der 600-Millionen Wandelanleihe mit Laufzeit 2028 zu ändern und unter anderem die Laufzeit um zehn Jahre zu verlängern.

Zewckgesellschaft gegründet

Darüber hinaus will Idorsia eine Zweckgesellschaft (SPV) gründen. Auf sie will das Biotechunternehmen seine Rechte an Selatogrel und Cenerimod sowie seine Rechte an Aprocitentan übertragen.

Die Zweckgesellschaft werde ein Umtauschangebot für die Anleihen unterbreiten, bei dem die Inhaber der beiden Wandelanleihen die Möglichkeit haben, ihre Wandelanleihen in neu geschaffene, von der Zweckgesellschaft ausgegebene Schuldverschreibungen (SPV Notes) umzutauschen.

Für die Teilnahme am Umtauschangebot würden die Anleihegläubiger berechtigt sein, bis zu insgesamt 8,04 Millionen Idorsia-Aktien und bis zu insgesamt 8,04 Millionen Idorsia-Warrants zu einem Ausübungspreis von 1,50 Franken zu erhalten, die jederzeit innerhalb der nächsten 24 Monate ausgeübt werden können.

Alle potenziellen Nettozahlungen für Meilensteine und Lizenzgebühren für Selatogrel und Cenerimod sowie alle potenziellen Nettoerlöse aus einer Transaktion für Aprocitentan wiederum würden zur Rückzahlung der SPV-Anleihen verwendet.

Finanzspritze gesichert

Zusätzlich zur generellen Restrukturierung des Unternehmens habe Idorsia eine neue Geldfazilität über einen Nettobetrag von 150 Millionen Franken erhalten. Mit der verfüge das Unternehmen nun über ausreichend Cash bis ins Jahr 2026.

Diese neue Geldfazilität werde mit Zinsen innerhalb von 24 Monaten zurückgezahlt und sei vollständig durch eine Gruppe von Anleihegläubigern abgesichert.

Wie Idorsia auch mitteilte am Mittwoch, hat es seine Entwicklungskooperation mit Viatris für Selatogrel und Cenerimod angepasst. So soll sich der Kostenanteil von Idorsia zwar um 100 Millionen US-Dollar reduzieren. Gleichzeitig sinken aber auch mögliche Zulassungs- und Umsatzmeilensteine um 250 Millionen Dollar. Die vereinbarten Lizenzgebühren für künftige Verkäufe blieben indes unverändert.

Beschleunigung bei Quviviq

Zusammen mit den diversen Veränderungen hat Idorsia noch ein geschäftliches Update gegeben. So erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr eine Umsatz-Beschleunigung für sein Schlafmittel Quviviq. Hier rechnet Idorsia den Angaben zufolge mit einem Nettoumsatz von rund 110 Millionen Franken. Nach Abzug des erwarteten Non-GAAP-Betriebsaufwands von rund 325 Millionen führt dürfte ein Non-GAAP-Betriebsverlust des von Idorsia geführten Geschäfts von rund 215 Millionen und einem US-GAAP-Betriebsverlust von rund 260 Millionen übrig bleiben.

An der Börse werden die Schritte äusserst positiv aufgenommen. Idorsia schlossen am Mittwoch 27 Prozent höher bei 1,17 Franken.

hr/rw

(AWP)