Swiss Re will nach einem Gewinnanstieg auf 3,24 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr die Dividende kräftig auf 7,35 Dollar je Aktie anheben. Für das laufende Jahr bekräftigte der zweitgrösste Rückversicherer der Welt trotz hoher Schadenkosten für die verheerenden Waldbrände in Kalifornien die Gewinnprognose von über 4,4 Milliarden Dollar.

Die Aktie von Swiss Re steigt am Donnerstag in einem leicht negativen Gesamtmarkt um 1,4 Prozent auf 146,45 Franken, das ist der höchste Stand seit Juli 2002. In diesem Jahr hat die Aktie 13 Prozent zugelegt.

«Alle unsere Geschäftsbereiche sind in einer starken Position in das Jahr 2025 gestartet», erklärte Swiss-Re-Chef Andreas Berger am Donnerstag. «Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, unsere Ziele für das Jahr zu erfüllen und unsere Vorgaben für die Kosteneffizienz zu erreichen.»

Die Kosten für die Waldbrände in Los Angeles zum Jahresanfang veranschlagt Swiss Re einer ersten Schätzung zufolge auf weniger als 700 Millionen Dollar. Insgesamt dürfte die Versicherungsbranche für Schäden von rund 40 Milliarden Dollar geradestehen müssen, erklärte der Konzern aus Zürich.

Swiss Re erfüllt mit dem Ergebnis 2024 die eigenen Vorgaben und verdiente besser als Analysten erwartet hatten. Diese hatten einer unternehmenseigenen Umfrage zufolge mit 3,13 Milliarden Dollar Gewinn und 7,29 Dollar Dividende je Aktie gerechnet. 2023 waren unter dem Strich 3,14 Milliarden Dollar Gewinn gestanden und die Aktionäre hatten 6,80 Dollar je Aktie erhalten. Swiss Re hat im Vorjahr auf den Rechnungslegungsstandard IFRS umgestellt.

Aufatmen bei den Aktionären von Swiss Re

In der grössten Sparte Schaden- und Unfall-Rückversicherung verdiente Swiss Re trotz teurer Schäden wie den Wirbelstürmen «Helene» und «Milton» Geld. Der Schaden-Kosten-Satz lag mit 89,9 Prozent allerdings um 4,9 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Kennzahl misst, ob Schaden- und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt sind - je niedriger sie ist, desto gewinnbringender ist das Geschäft.

Im laufenden Jahr peilt der Konzern weniger als 85 Prozent an. Bei den Vertragserneuerungen im Januar erzielte Swiss Re nach eigenen Angaben Prämienzuwächse von sieben Prozent und konnte Preiserhöhungen von 2,8 Prozent durchsetzen. 

Die Bank Vontobel spricht von «ausgezeichneten zugrunde liegenden» Resultaten von Swiss Re. «Manche könnten argumentieren, die Solvabilität sei enttäuschend, und manche haben möglicherweise einen Aktienrückkauf erwartet», so die Bank weiter. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von etwa 80 Prozent bei Schaden-/Unfallrückversicherungen zieht es die Bank Vontobel aber vor, dass Swiss Re Kapital in seinem Geschäft einsetze, wie es der Fall sei. «Freuen Sie sich über die Dividende», schreibt der zuständige Analyst.

Für Jefferies stehen die Aussagen in Bezug auf die finanziellen Konsequenzen aus den L.A.-Wildbränden im Vordergrund. Die US-Investmentbank sieht diesbzüglich ein Aufatmen bei den Aktionären von Swiss Re.

(Reuters/AWP/cash)