Dass die Märkte ihre aktuelle Lethargie nach dem Notenbankreigen rasch wieder abstreift, sei ungewiss, hiess es am Markt weiter. Derzeit gebe es keinen guten Grund, um dick in Aktien zu investieren, sagte ein Händler. Die konjunkturellen Indikatoren deuteten für Europa und vor allem für Deutschland eine Rezession an. So sei das Minus bei den deutschen Produzentenpreisen ein Indiz für deflationäre Tendenzen. Dagegen wirkten die steigenden Ölpreise wiederum inflationär. In den USA gingen die Rohölvorräte in der Vorwoche deutlich stärker zurück als erwartet, was weiter steigende Preise erwarten lässt.

Der SMI schloss um 0,77 Prozent höher auf 11'154,11 Punkten und damit nahe an seinem Tageshoch (11'169 Pkte). Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte um 0,90 Prozent zu auf 1748,67 und der breite SPI um 0,91 Prozent auf 14'646,43 Zähler. Von den 30 SLI-Werten schlossen 25 höher, vier tiefer und Swiss Life unverändert.

An die Spitze der Bluechips setzten sich Givaudan (+4,7 Prozent), gefolgt von Straumann (+3,1 Prozent) und den zyklischen Adecco, Geberit (je +2,0 Prozent), SGS (+1,9 Prozent) und Holcim (+1,7 Prozent). Händler verwiesen auf die jüngsten Kurseinbussen und sprachen von einer technischen Gegenbewegung.

Von den defensiven Schwergewichten erwiesen sich Novartis (+1,0 Prozent) und Nestlé (+1,1 Prozent) als Marktstützen. Dagegen belasteten Roche GS (-0,4 Prozent.) den SMI. Roche Inhaber dagegen legten 0,4 Prozent zu.

Lonza (+2,5 Prozent) setzten die Erholung von dem Kurseinbruch am Montag (-15 Prozent) fort. Der überraschende Führungswechsel hatte die Investoren kalt erwischt. Zudem muss Lonza am Standort Visp die Produktion des Coronaimpfstoffs einstellen, da Grosskunde Moderna diesen selbst herstellen will. Die jüngsten Verluste würden aber trotzdem eine gute Einstiegschance bieten, so Händler.

VAT (+1,2 Prozent) schlossen ebenfalls fester, aber unter dem Tageshoch. Der Technologiekonzern hat wegen der anhaltend schwierigen Marktbedingungen die die Kurzarbeit für die 650 Beschäftigten in seinen beiden Werken im Rheintal verlängert.

Auf der anderen Seite verloren die Aktien des Uhrenherstellers Richemont 1,8 Prozent oder 2,15 Franken. Sie wurden ex Dividende von 3,50 Franken je Titel gehandelt. Etwas schwächer waren zudem Logitech (-0,3 Prozent) und Swatch (-0,2 Prozent).

Auf den hinteren Reihen sackten Baloise (-6,4 Prozent) nach enttäuschenden Zahlen ab. In ihrem Sog gaben Helvetia 3,1 Prozent nach.

Bei AMS Osram sorgten Fördermittel für ein Kursplus von 2,7 Prozent. Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und das Bundesland Bayern wollen die Forschung von AMS Osram in Regensburg mit 300 Millionen Euro fördern.

Ypsomed (+3,65 Prozent) profitierten von einem langfristigen Grossauftrag des dänischen Gesundheitsunternehmens Novo Nordisk. Dieser umfasst die Lieferung grosser Mengen an Autoinjektoren.

Gesucht waren Addex (+13 Prozent). Das Biotechunternehmen hat sich einen Zuschuss von 4 Millionen Euro für ein Forschungsprogramm gesichert.

pre/mk

(AWP)