Am Vortag war der weltweit bekannteste Aktienindex bereits um 4 Prozent gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump umfangreiche Importzölle angekündigt hatte. Der Dow fiel am Freitag auf den niedrigsten Stand seit August vergangenen Jahres. Mit minus gut 6,3 Prozent droht dem Dow nun die verlustreichste Börsenwoche seit Oktober 2020.
China kündigte Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent an. Sie sollen am 10. April in Kraft treten. Dies jage einen weiteren Schock der Angst durch die Märkte, schrieb Susannah Streter vom britischen Investmenthaus Hargreaves Lansdown. «Die grosse Sorge ist, dass dies ein Zeichen für eine scharfe Eskalation des Zollkriegs ist, die erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird.»
Der von den grossen Technologieaktien dominierte Nasdaq 100 büsste 4,4 Prozent auf 17.708 Punkte ein und fiel ebenfalls auf den tiefsten Stand seit August 2024. Im Börsenjahr 2025 steht mittlerweile ein Verlust von 15,5 Prozent für den Index zu Buche. Wie schon am Vortag zählten die Papiere grosser Chip-Hersteller zu den grössten Verlierern. Der marktbreite S&P 500 rutschte um 4,2 Prozent auf 5.173 Zähler ab.
Zudem könnten schon Mitte des Monats Gegenzölle der EU in Kraft treten, welche diese ursprünglich schon für Anfang April erwogen hatte. Laut der US-Bank JPMorgan ist die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Rezession zuletzt von 40 auf 60 Prozent gestiegen. Die Marktexperten grosser Banken senken nun ihre Kursziele für die grossen US-Aktienindizes zum Ende dieses Jahres.
An den US-Börsen standen wie schon am Vortag vor allem Tech-Aktien unter Druck, zuvorderst die von Chip-Produzenten. Die Kursverluste von Nvidia , Applied Materials , Intel , Broadcom , AMD und Micron reichten von 4 bis 11 Prozent.
Unter den Tech-Giganten büssten Apple -Aktien nach gut 9 Prozent am Vortag nun 6 Prozent ein. Damit hat der iPhone- und Mac-Hersteller in nur zwei Tagen fast 490 Milliarden US-Dollar an Börsenwert verloren.
Abgestossen wurden ferner die Aktien von «Big Oil» wie Exxon Mobil , Chevron , Baker Hughes und Constellation Energy . Die Kursverluste reichten von 6,3 bis 11 Prozent. Investoren verkaufen aus Sorge vor einer Rezession in den USA die Aktien dieser sehr konjunkturabhängigen Branche.
In dem schwer angeschlagenen Börsenumfeld stiegen Nike um 4,8 Prozent und Lululemon um 4,3 Prozent. US-Präsident Donald Trump liess in sozialen Medien wissen, er habe ein «sehr produktives» Gespräch mit dem vietnamesischen Politiker To Lam geführt. Vietnam wolle demzufolge die Zölle auf Importwaren «nahe Null» senken. Zuletzt hatte Trump für Einfuhren aus Vietnam, in dem etliche US-Bekleidungs- und Schuhhersteller ihre Produkte fertigen lassen, einen Zoll von 46 Prozent verhängt.
Die an der New York Stock Exchange beziehungsweise an der Nasdaq gelisteten Anteilscheine der chinesischen Internet-Branchengrössen Alibaba und Baidu büssten 11 respektive 10 Prozent ein.
Abseits des Tech-Sektors brachen die Papiere des Chemiekonzerns Dupont um 11 Prozent ab. China ermittelt gegen den Chemiekonzern wegen eines möglichen Verstosses gegen Wettbewerbsvorschriften./bek/he
(AWP)