«Schlimmer kann es für die deutsche Wirtschaft nicht mehr kommen, mit Schwarz-Rot kann es also nur besser werden, so lautet derzeit das Kaufargument für deutsche Aktien», schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

Weiter nach oben ging es am Mittwoch auch für den MDax der mittelgrossen Unternehmen. Auf dem höchsten Niveau seit Sommer 2023 legte er um 1,94 Prozent auf 28.631 Zähler zu und lief mit diesem Zuwachs dem Dax abermals den Rang ab. Die Aktien der stärker von der deutschen Wirtschaft abhängigen mittelgrossen Unternehmen sind seit dem Wahlsieg der Union besonders gefragt. Europaweit war am Mittwoch die Stimmung gut: Das Eurozonen-Leitbarometer EuroStoxx 50 gewann 1,5 Prozent.

Die europäischen Börsen - allen voran der Dax - spielten aktuell in einer eigenen Liga und lösten sich zunehmend von der Wall Street, hiess es bei Index Radar. «Sollte die Euphorie um die amerikanischen KI-Giganten weiter nachlassen, könnte sich der Kapitalstrom aus den USA in Richtung Europa fortsetzen», so die Experten auch schon mit Blick auf die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des KI-Chipkonzerns Nvidia .

Im Dax zogen auf dem ersten Platz die Anteile von Fresenius um 7,6 Prozent an. Der Medizinkonzern zahlt nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr wieder eine Dividende. Auch der Ausblick kam gut an. Über den Erwartungen lag auch der Ausblick des Versorgers Eon , woraufhin die Papiere um 3,5 Prozent nach oben zogen.

Der Rückversicherer Munich Re steigerte seinen Gewinn trotz zweier zerstörerischer Hurrikane im vergangenen Jahr deutlich. Für gute Laune sorgten aber vor allem eine hohe Dividende und Aktienrückkäufe. Die Titel stiegen auf ein Rekordhoch und gewannen zuletzt 5,3 Prozent.

Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf gab es hingegen bei den Aktien der Deutschen Telekom . Die Zahlen der Bonner für 2024 nannte ein Händler durchwachsen und den Ausblick auf 2025 unter den Erwartungen. Am Dax-Ende verloren die T-Aktien 2,3 Prozent. Längerfristig sind Analysten für die Telekom aber optimistisch.

Aktien aus der Stahl und Baustoffbranche waren gefragt. Marktbeobachter betonten die Chancen für die Konzerne bei einem Wiederaufbau der Ukraine. Im Dax nahmen Heidelberg Materials mit plus 4,3 Prozent wieder Kurs auf ihr Rekordhoch. Im MDax setzten die Anteile des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp mit plus 6,6 Prozent ihre Rally fort. Klöckner & Co (KlöCo) gewannen im SDax neun Prozent, gefolgt von Salzgitter mit plus 5,6 Prozent.

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 will im neuen Jahr seinen Aufwärtstrend beim operativen Ergebnis fortsetzen und setzt sich höhere Ziele als erwartet. Das kam am Markt gut an. Auf dem ersten Platz im MDax schnellten die Papiere um 15,5 Prozent hoch./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

(AWP)