Der MDax mit den mittelgrossen Unternehmen schaffte zuletzt ein Plus von 0,30 Prozent auf 29.016,44 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,6 Prozent.
Die Dax-Erholung am Vortag sei von den niedrigsten Umsätzen seit fünf Wochen begleitet worden, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. «Das zeigt, dass die Mehrheit der Anlegerinnen und Anleger aktuell eher abwartet. Die Ungewissheit vor der Verkündung der neuen US-Zölle ist vielen zu hoch, um jetzt in den Markt einzusteigen. Gerade Zölle gegen Autos könnten viele Dax-Unternehmen empfindlich treffen.»
Im Nebenwerte-Index SDax eroberte ProSiebenSat.1 mit plus 6,8 Prozent die Spitze. Neu angefachte Übernahmefantasie wog schwerer als eine Branchenstudie, in der die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien wegen schwacher fundamentaler Geschäftsbedingungen zum Verkauf empfiehlt. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge prüft der Fernsehkonzern MediaForEurope (MFE) ein mögliches Übernahmeangebot und könnte dieses schon bald vorlegen. MFE ist mit knapp 30 Prozent am deutschen Konzern beteiligt. Übernahmespekulationen gibt es schon lange.
Ausserdem bewegten Geschäftszahlen. Jost Werke zählte mit plus 1,2 Prozent zu den besseren SDax-Werten. Der Nutzfahrzeug-Zulieferer rechnet nach dem Geschäftseinbruch von 2024 wieder mit Aufwind - auch dank der Übernahme des Hydraulikanbieters Hyva.
Im MDax büsste Renk DE000RENK730> nach Anfangsgewinnen 2,8 Prozent ein. Der erst kürzlich in den Index aufgestiegene Panzergetriebe-Hersteller sieht sich angesichts prall gefüllter Auftragsbücher 2025 auf Kurs zu weiterem Wachstum. Er betonte zudem, der Ausblick berücksichtige noch nicht das Potenzial durch höhere Verteidigungsausgaben in der Europäischen Union.
Dagegen drehten die Aktien von Aroundtown nach deutlichen Verlusten mit 3,7 Prozent ins Plus. Der Gewerbeimmobilien-Spezialist berichtete für 2024 eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen, rechnet 2025 aber mit einem erneuten Rückgang des operativen Ergebnisses. In ersten Reaktionen hatten Experten die noch fehlende Entscheidung über eine Dividendenzahlung hervorgehoben, die noch vor der Hauptversammlung im Juni fallen soll. Warburg-Analyst Andreas Pläsier sprach derweil von robusten Zahlen und einem positiven Ausblick.
Die Titel des Internetkonzerns United Internet arbeiteten sich mit plus 0,9 Prozent ebenfalls in positives Terrain vor, wogegen die der Mobilfunktochter 1&1 mit 2,3 Prozent im Minus verharrten. Börsianer attestierten beiden Unternehmen einen eher enttäuschenden Ausblick. Dem stand bei United aber eine positive Dividendenüberraschung gegenüber. Eine verschobene Auktion für Mobilfunk-Frequenzen setzt Mittel frei, die einmalig ausgeschüttet werden sollen.
Auch Analystenaussagen bewegten. Beim Essenslieferdienst Delivery Hero sorgte eine Goldman-Kaufempfehlung für einen Kursanstieg von 2,6 Prozent. Dagegen brockte ein gestrichenes Kaufvotum der Schweizer Grossbank UBS Douglas ein weiteres Rekordtief ein. Zuletzt verloren die Titel der Parfümeriekette 4,5 Prozent./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
(AWP)