22:45
Die drei wichtigsten US-Indizes verzeichneten am Donnerstag ihre grössten Tagesverluste seit Anfang der Corona-Pandemie: Der Dow Jones verlor vier Prozent auf 40'546 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab sechs Prozent auf fast 16'551 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büsste 4,8 Prozent auf knapp 5397 Stellen ein. Einen derartigen prozentualen Rückgang hatte die Nasdaq zuletzt im März 2020 erlitten, der Dow und der S&P im Juni desselben Jahres.
Unter den Anlegern herrschte die Furcht vor einem umfassenden Handelskrieg, der die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Trump hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss angekündigt, dass er einen Basiszollsatz von zehn Prozent auf alle Importe in die USA und höhere Zölle auf Dutzende anderer Länder erheben werde. Für die EU sollen dabei 20 Prozent gelten, für China sind 34 Prozent vorgesehen.
«Die Ankündigung der Zölle war viel schlimmer als erwartet und infolgedessen befinden sich die Aktienkurse im freien Fall, was auf die erwarteten inflationären Auswirkungen dieser Zölle zurückzuführen ist», sagte Sam Stovall, Chef-Investmentstratege bei CFRA Research. «Wenn die Trump-Regierung nicht wirklich bereit ist, im Vorfeld zu verhandeln, werden wir mit Vergeltungszöllen konfrontiert sein, und das könnte die Situation letztlich verschärfen und alles noch schlimmer machen.» Die düstere Stimmung steht in starkem Kontrast zu der Börseneuphorie vor einigen Monaten, als das Versprechen einer unternehmensfreundlichen Politik unter der Trump-Regierung die US-Aktien auf Rekordhöhen getrieben hatte.
Investoren warfen am Donnerstag Aktien quer durch alle Branchen aus ihren Depots. Papiere von Apple etwa fielen um 9,2 Prozent. Nach einer Schätzung von Citi sind mehr als 90 Prozent der Produktion des Unternehmens in China angesiedelt, einem der Länder, die am stärksten von den Zöllen betroffen sind. Titel von Meta sackten um knapp neun Prozent ab.
Auch die Hersteller von PCs und KI-Servern dürften von den Zöllen hart getroffen werden. Berechnungen der US-Investmentbank JP Morgan zufolge müssten Hardwarehersteller - insbesondere PC-Anbieter - ihre Preise im Schnitt um fünf Prozent erhöhen, um die durch die Zölle bedingten Margenverluste auszugleichen. Anteilsscheine von Dell verloren knapp 19 Prozent und HP 14,7 Prozent. Grosse Banken wie JPMorgan - minus 6,9 Prozent - und Citigroup - minus 12,1 Prozent - blieben nicht verschont. Sie reagieren empfindlich auf wirtschaftliche Risiken. Im Luxussektor stürzten Ralph Lauren um 16,3 Prozent ab. Die Sportartikelhersteller Nike und Under Armour tauchten angesichts ihrer hauptsächlich in asiatischen Fabriken gefertigten Produkte um 14,4 und 18,8 Prozent ab.
An den Rohstoffmärkten hinterliess die Furcht vor einem weltweiten Konjunktureinbruch ihre Spuren. Steil abwärts ging es beim Öl: Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 6,7 Prozent auf 69,92 Dollar, US-Öl fiel um sieben Prozent auf 66,68 Dollar je Fass. Die Nachfrage nach Öl hänge besonders stark von mit hohen Zöllen belegten asiatischen Schwellenländern ab, sagte Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia. Zudem wollen Länder der Opec+-Gruppe im Mai ihre Produktion deutlich steigern, was die Preise zusätzlich unter Druck setzte.
Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen die Anleger bei der Anti-Krisen-Währung Gold zu. Der Preis für das Edelmetall stieg zeitweise auf ein neues Allzeithoch von 3167,57 Dollar je Feinunze. Zum regulären Handelsschluss in New York lag der Kurs allerdings dann 0,8 Prozent im Minus bei 3109,62 Dollar. Der Dollar-Index fiel um ein Prozent auf 102,08 Punkte.
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20:00
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fällt um drei Prozent auf 41'173 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab 3,7 Prozent auf 5461 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq brach um 4,8 Prozent auf 16'760 Punkte ein und steuerte auf seinen schwärzesten Tag seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 zu. Der Volatilitätsindex Vix, der als Angstmesser der Wall Street bekannt ist, erreichte mit 29,26 Punkten ein Drei-Wochen-Hoch.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss angekündigt, dass er einen Basiszollsatz von zehn Prozent auf alle Importe in die USA und höhere Zölle auf Dutzende anderer Länder erheben werde. Für die Europäische Union sollen 20 Prozent gelten, für China sind 34 Prozent vorgesehen.
«Die Ankündigung der Zölle war viel schlimmer als erwartet und infolgedessen befinden sich die Aktienkurse im freien Fall, was auf die erwarteten inflationären Auswirkungen dieser Zölle zurückzuführen ist», sagte Sam Stovall, Chef-Investmentstratege bei CFRA Research. «Wenn die Trump-Regierung nicht wirklich bereit ist, im Vorfeld zu verhandeln, werden wir mit Vergeltungszöllen konfrontiert sein, und das könnte die Situation letztlich verschärfen und alles noch schlimmer machen.» Die düstere Stimmung steht in starkem Kontrast zu der Börseneuphorie vor einigen Monaten, als das Versprechen einer unternehmensfreundlichen Politik unter der Trump-Regierung die US-Aktien auf Rekordhöhen getrieben hatte.
Investoren warfen am Donnerstag Aktien quer durch alle Branchen aus ihren Depots. Papiere von Apple rutschten um acht Prozent auf ein Acht-Monats-Tief. Nach einer Schätzung von Citi sind mehr als 90 Prozent der Produktion des Unternehmens in China angesiedelt, einem der Länder, die am stärksten von den Zöllen betroffen sind. Titel von Meta sackten um rund sieben Prozent ab.
Auch die Hersteller von PCs und KI-Servern dürften von den Zöllen hart getroffen werden. Berechnungen der US-Investmentbank JP Morgan zufolge müssten Hardwarehersteller - insbesondere PC-Anbieter - ihre Preise im Schnitt um fünf Prozent erhöhen, um die durch die Zölle bedingten Margenverluste auszugleichen. Anteilsscheine von Dell und HP verloren gut zehn und acht Prozent. Grosse Banken wie JPMorgan, Citigroup und Bank of America, die empfindlich auf wirtschaftliche Risiken reagieren, fielen zwischen 4,6 und 8,6 Prozent.
Aktien von US-Einzelhändlern wie Walmart, Amazon und Target brachen zwischen drei und 7,6 Prozent ein. Die Konzerne zählen auf mehrere asiatische Länder, darunter China, als Hauptlieferanten und dürften gezwungen sein, ihre Preise zu erhöhen. Im Luxussektor stürzten Ralph Lauren um 16 Prozent ab. Die Sportartikelhersteller Nike und Under Armour tauchten angesichts ihrer hauptsächlich in asiatischen Fabriken gefertigten Produkte um 11,5 und 17,8 Prozent ab.
«Die hohen Zölle auf Vietnam-Importe sind eindeutig negativ für Nike und andere – ein Grossteil der Schuhe stammt von dort», kommentiert Morningstar-Experte David Swartz. «Einige Unternehmen könnten in der Lage sein, ihre Produktionsstätten für den US-Markt zu verlagern, aber das dauert in der Regel Jahre, nicht Tage», sagte Brian Jacobsen, Chefökonom bei Annex Wealth Management. «Die Preise könnten steigen, die Verbraucher könnten sich sträuben, die Kosten werden steigen. Das ist kein schönes Bild für die Gewinnmargen.»
Die Aktie von On Holding, dem Schweizer Sportschuhersteller, fällt in der Spitze 18 Prozent.
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19:30
An den Rohstoffmärkten hinterliess die Furcht vor einem weltweiten Konjunktureinbruch ihre Spuren. Der Preis für das Industriemetall Kupfer wurde mit zeitweise 9363 Dollar je Tonne 3,5 Prozent niedriger gehandelt. Noch steiler abwärts ging es beim Öl: Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um sieben Prozent auf 69,74 Dollar, US-Öl WTICLc1 fiel um 7,6 Prozent auf 66,25 Dollar je Fass (159 Liter). Die Nachfrage nach Öl hänge besonders stark von mit hohen Zöllen belegten asiatischen Schwellenländern ab, sagte Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia. Zudem wollen Länder der Opec+-Gruppe im Mai ihre Produktion deutlich steigern, was die Preise zusätzlich unter Druck setzte.
Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen die Anleger bei der Anti-Krisen-Währung Gold zu. Der Preis für das Edelmetall stieg zeitweise um 1,1 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 3167,57 Dollar je Feinunze. Der Dollar-Index markierte ein Sechs-Monats-Tief. Er fiel in der Spitze um 1,8 Prozent auf 101,26 Punkte.
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17:35
Der SMI schliesst mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 12’279 Punkten. Das ist der tiefste Stand seit Mitte Januar.
Grösster Gewinner ist Swisscom (+3,7 Prozent).
Die grössten Verluste im Leitindex muss Logitech (-16,5 Prozent) verkraften. Auch UBS und Kühne+Nagel geben nach: 8,5 Prozent.
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17:00
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16:10
Investoren warfen am Donnerstag Aktien quer durch alle Branchen aus ihren Depots. Papiere von Apple rutschten um acht Prozent auf ein Acht-Monats-Tief. Nach einer Schätzung von Citi sind mehr als 90 Prozent der Produktion des Unternehmens in China angesiedelt, einem der Länder, die am stärksten von den Zöllen betroffen sind. Titel von Meta sackten um rund sieben Prozent ab. Auch die Hersteller von PCs und KI-Servern dürften von den Zöllen hart getroffen werden.
Grosse Banken wie JPMorgan, Citigroup und Bank of America, die empfindlich auf wirtschaftliche Risiken reagieren, fielen zwischen 4,6 und 8,6 Prozent.
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15:55
Die neuen US-Zölle drücken Aktien der PC-Hersteller. Dell und HP verloren am Donnerstag gut zehn und acht Prozent. Auch Serveranbieter wie Super Micro Computer und Hewlett Packard Enterprise büssten neun und mehr als sechs Prozent ein.
Berechnungen der US-Investmentbank JP Morgan zufolge müssten Hardwarehersteller - insbesondere PC-Anbieter - ihre Preise im Schnitt um fünf Prozent erhöhen, um die durch die Zölle bedingten Margenverluste auszugleichen. Dell und HP dürften sogar mit 10 bis 25 Prozent höheren Kosten konfrontiert sein, was laut Tony Redondo von Cosmos Currency Exchange einem Aufschlag von 200 bis 500 Dollar pro Gerät entsprechen könnte. Preissteigerungen bei Displays, Speicher und Zubehörteilen könnten zudem dazu führen, dass die Hersteller auf weniger hochwertige Komponenten zurückgreifen, sagte Abhishek Singh von der Everest Group.
Elektronik war 2024 mit einem Volumen von fast 486 Milliarden Dollar das zweitgrösste Importsegment der USA. Viele der Waren stammen aus Vietnam und Malaysia, die nun mit Zöllen von 46 und 24 Prozent belegt sind. Für Importe aus China sollen zudem zusätzlich zu den bestehenden 20 Prozent weitere 34 Prozent dazukommen.
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15:50
Mit Aktienverkäufen in grossem Stil haben Investoren am Donnerstag auf ebenso umfangreiche wie hohe Importzölle der Regierung Trump reagiert. Der Leitindex Dow Jones Industrial büsste zum Handelsauftakt 2,7 Prozent auf 41'098 Punkte ein. Er vermied jedoch zunächst einen Rückfall unter das jüngste Tief von Mitte März bei 40'661 Zählern. Es wäre der grösste prozentuale Tagesverlust des Dow seit September 2022.
Noch grösser waren die Verluste an der von grossen Technologietiteln geprägten Nasdaq-Börse. Der Nasdaq 100 Index sackte um 3,9 Prozent auf 18'828 Punkte ab und fiel auf das niedrigste Niveau seit Anfang September vergangenen Jahres. Im Börsenjahr 2025 steht nunmehr ein Verlust von mehr als 10 Prozent zu Buche.
Der S&P 500 rutschte um 3,2 Prozent auf 5'487 Zähler ab. Auch dieser marktbreite Index fand sich auf dem tiefsten Stand seit September 2024 wieder.
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15:35
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14:30
Acht Länder der Organisation der Erdölexporteure und ihrer Verbündeten wollen die Fördermengen im Mai um 411'000 Barrel pro Tag erhöhen. Das liegt deutlich über den eigentlich angepeilten Steigerungen von 135'000 Barrel pro Tag. Schon zuvor hatte die Angst der Anleger vor einem weltweiten Konjunktureinbruch die Ölpreise rund vier Prozent ins Minus gedrückt.
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13:32
Das drastische Zollpaket von US-Präsident Donald Trump hat die Aktien des Computerzubehör-Herstellers Logitech am Donnerstag einbrechen lassen. Die Titel des Schweizer Unternehmens sackten bis am frühen Nachmittag 15,1 Prozent auf 64,06 Franken ab. Damit steuerte Logitech auf den höchsten Tagesverlust seit Januar 2023 zu. Der europäische Technologie-Index büsste derweil lediglich 3,7 Prozent ein.
«Logitech gerät wegen der angekündigten US-Zölle besonders unter Druck, da rund 40 Prozent der Produkte in eigenen Werken in China gefertigt werden und weitere Teile der Produktion in Asien und Lateinamerika erfolgen», erklärte Maurizio Porfiri, Anlagechef von Maverix Securities. Obwohl das Unternehmen bereits einen Margenrückgang für 2026 einkalkuliert habe, dürften die jüngsten Zollankündigungen die Analystenschätzungen zusätzlich unter Druck setzen, so Porfiri.
Die USA wollen einen Basiszoll von zehn Prozent auf alle Importe verhängen, bei Waren aus Ländern mit besonders hohen Handelsdefiziten gelten zum Teil deutlich höhere Sätze. Besonders asiatische Waren werden getroffen: Auf Importe aus China soll ab dem 9. April ein Zoll von 34 Prozent gelten, für Waren aus Taiwan 32 Prozent, aus Südkorea 25 Prozent, aus Vietnam sogar 46 Prozent.
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13:15
Die Vorzeichen für den Handelstag an der Wall Street sind wegen des Zollpakets der US-Regierung düster:
Die Anleger fürchten einen umfassenden Handelskrieg, der die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Der Volatilitätsindex Vix, der als Angstmesser der Wall Street bekannt ist, erreicht mit 25,93 Punkten ein Drei-Wochen-Hoch.
Der SMI steht 2,2 Prozent tiefer.
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13:00
Das drastische US-Zollpaket setzt die Aktien europäischer Schifffahrts- und Logistikkonzerne unter Druck.
Papiere der Reedereien Maersk und Hapag-Lloyd rutschen um zehn und 7,8 Prozent ab. Die Logistikkonzerne DSV, Kuehne und Nagel sowie Deutsche Post verzeichnen Abschläge zwischen 4,5 und acht Prozent.
Rund ein Viertel aller Seefrachtcontainer würden in die USA hinein oder hinaus gehen, sagte Gan Marco Werro, Analyst der Zürcher Kantonalbank. «Wir erwarten, dass sich die Frachtströme geografisch verlagern, und diese Verlagerung dürfte zu komplexeren Lieferketten für die Kunden führen», sagt Andy Chu, Analyst der Deutschen Bank. Dies könnte mehr grenzüberschreitende Sendungen, mehr Mehrwertdienste und einen höheren Lagerbedarf beinhalten, fügte Chu hinzu.
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11:40
Per Dekret hat der US-Präsident Zollerhöhungen von 10 Prozent auf alle Importe der USA erlassen. Einige Länder wie die Schweiz kommen mit 31 Prozent noch schlechter weg. «Donald Trump bricht einen globalen Handelskrieg vom Zaun», kommentiert Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. «Die geplanten Massnahmen übertreffen die schlimmsten Befürchtungen.»
Ein weiterer Marktstratege spricht vom Ende der Freihandelsära. Für den Investment-Experten Jurus Arthur von Oddo BHF dürften die politischen Entscheidungen kurzfristig grosse Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben. «Die mittelfristige Entwicklung wird von den Gewinnprognosen abhängen, die wiederum von den Reaktionen der jeweiligen Handelspartner der USA beeinflusst werden», so der Experte. Während die EU und China bereits Gegenmassnahmen ankündigten, reagiert die Regierung in Bern zurückhaltend. Man nehme die Zoll-Entscheidung zur Kenntnis, schrieb Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter.
Noch deutlicher ging es zuvor an den asiatischen Börsen abwärts, während die europäische Märkte ähnlich stark wie hierzulande verlieren. Der deutsche Dax oder auch der franzsöische Cac 40 und der britische FTSE 100 geben jeweils um mehr als 1 Prozent nach. Auch für die Wall Street zeichnen sich anhand der Futures Abgaben von mindestens 2 Prozent zum Handelsstart ab.
Am Devisenmarkt wird vor allem der Greenback von der Trumpschen Zollpolitik belastet. Sowohl zum Euro als auch zum Franken gibt der US-Dollar nach. Das Euro/Dollar-Paar überwindet dabei die Marke von 1,10 und kostet damit so viel wie zuletzt im Oktober 2024. Zum Franken sackt der Greenback auf den tiefsten Stand seit November ab.
Dass der SMI nicht noch weiter abrutscht, ist den beiden Schwergewichten Novartis (+0,5 Prozent) und Nestlé (+0,1 Prozent) zu verdanken, die sich besser als der Markt halten. Auch Lonza (+0,1 Prozent) sind knapp fester. Und Swisscom sind mit Avancen von über 2 Prozent einsamer Gewinner - die ausschliessliche Fokussierung des Unternehmens auf die Schweiz und Italien hilft dem Titel.
Die relalativ gute Entwicklung bei Novartis hat damit zu tun, dass pharmazeutische Produkte von den Zöllen ausgeschlossen bleibten, was Investoren mit Erleichterung quittieren. Am Vortag noch war die Gesundheitsbranche europaweit unter Druck gekommen, weil befürchtet wurde, dass auch sie Opfer der US-Zollpolitik würde. Für die Schweiz sei dies als gute Nachricht zu werten. Immerhin gehen 55 Prozent der US-Exporte auf das Konto der pharmazeutischen Industrie.
Anders sieht es für das zweite Pharmaschwergewicht Roche aus, das um 2,6 Prozent nachgibt. Die Basler hatten am Vortag einen Forschungs-Misserfolg mit dem MS-Mittel Ocrevus vermeldet. Dies schürt bei Analysten nun die Sorge, dass Roche das Patent für seinen Blockbuster kaum noch über 2028/29 hinaus verlängern kann.
Hart getroffen werden dagegen Techwerte und die beiden Uhrenhersteller von den Zöllen. Logitech sacken um mehr als 10 Prozent ab, VAT um 4,7 Prozent. Für Richemont (-5,6 Prozent) und Swatch (-4,8 Prozent) stellen die USA den wichtigsten Auslandsmarkt dar: Etwa ein Fünftel der Schweizer Uhrenexporte geht in die USA.
Aber auch der Logistiker Kühne+Nagel (-5,7 Prozent) kommt auch unter die Räder. Grundsätzlich ist das Unternehmen zwar ein Profiteur von Komplexität im Welthandel, weil dann mehr Dienstleistungen nachgefragt werden. «Nun gehen Investoren aber offensichtlich davon aus, dass der Welthandel wegen der Zölle leiden könnte - und dem kann sich Kühne+Nagel auch nicht entziehen», meint ein Marktbeobachter.
Abverkauft werden auch Bankenwerte wie die UBS, Partner Group und Julius Bär, die sich um bis zu 4,2 Prozent verbilligen. Im Markt heisst es, sie litten unter den Marktentwicklungen, die auf die Marktzinsen drückten. Dies ist generell eher von Nachteil für die Zinseinkünfte der Banken.
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10:40
Die Aktien europäischer Luxusfirmen sind auf Talfahrt. Die USA haben beschlossen, Waren aus der Europäischen Union mit einem Zoll von 20 Prozent und Importe aus der Schweiz mit 31 Prozent zu belegen. Die Aktien des Cartier-Mutterkonzerns Richemont und des Uhrenkonzerns Swatch rutschten um rund fünf Prozent ab. Die Analysten von JPMorgan rechneten damit, dass die Zölle am meisten den Schweizer Luxusuhrenherstellern zu schaffen machten, da sowohl Richemont als auch Swatch dünne Margen hätten.
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10:30
Die neuen US-Zölle gegen wichtige Produktionsländer für Sportartikelhersteller hat den Aktien von Adidas und Puma am Donnerstag deutlich zugesetzt. Im Dax fielen die Adidas-Titel um bis zu 10,8 Prozent auf 197,10 Euro, den tiefsten Stand seit fast einem Jahr. Puma-Papiere waren mit einem Abschlag von zeitweise 11,4 Prozent auf 20,24 Euro so billig wie seit fast neun Jahren nicht mehr.
Die an der Frankfurter Börse notierten Aktien von Nike rutschten um 7,8 Prozent ab. Vietnam wurde von Trump mit einem Zollsatz von 46 Prozent, Kambodscha mit 49 Prozent, Bangladesch mit 37 Prozent und Indonesien mit 32 Prozent belegt.
«Sportbekleidungsmarken werden von den höheren Zöllen auf Vietnam unverhältnismässig stark betroffen sein», sagte Analyst Cedric Rossi von der Investmentbank Bryan Garnier. Nike produzierte in seinem Geschäftsjahr 2024 die Hälfte seiner Schuhe und 28 Prozent seiner Bekleidung in Vietnam, während Adidas im vergangenen Jahr 39 Prozent seiner Schuhe und 18 Prozent seiner Bekleidung in Vietnam herstellte. Für Adidas sind Indonesien und Kambodscha ebenfalls wichtige Produktionsstandorte.
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09:35
Die US-Zollerhöhungen belasten die in Frankfurt notierten Aktien von Apple. Die Papiere des iPhone-Anbieters rutschen um gut sieben Prozent ab auf den tiefsten Stand seit August.
«Falls es diesmal keine Ausnahme für Apple gibt und das Unternehmen die kumulierten China-Zölle von 54 Prozent nicht weitergeben kann, schätzen wir die negativen Auswirkungen auf die Gesamtbruttomarge auf etwa neun Prozent», schreiben die Experten von Citigroup. Mehr als 90 Prozent von Apples Produktion entfallen dem Finanzdienstleister zufolge auf Standorte in China.
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09:10
Der SMI fällt 1,5 Prozent. Auch für die Wall Street zeichnen sich anhand der Futures Abgaben von mindestens 2 Prozent zum Handelsstart ab.
Nachdem die asiatischen Börsen bereits mit deutlichen Verlusten auf die neuen Zölle des US-Präsidenten reagiert haben, zeichnet sich auch in Europa und den USA eine klar negative Marktreaktion ab. «Donald Trump bricht einen globalen Handelskrieg vom Zaun», heisst es denn auch bei der VP Bank.
Dabei trifft das von Trump verkündete Mega-Zollpaket nicht alle Handelspartner der USA gleichermassen. Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für die Schweiz hat der Präsident sehr hohe Zölle von 31 Prozent angekündigt.
Mit Blick auf die Schweiz sollten Investoren zunächst ein Auge auf die Pharma und Uhrenbranche haben. Bei den Pharmaexporten herrscht aktuell noch eine gewisse Unklarheit, inwieweit Pharmaprodukte von den Zöllen betroffen sein werden, oder ab sie ausgeschlossen sind.
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08:10
Der Swiss Market Index wird bei Julius Bär vorbörslich 1,83 Prozent tiefer gesehen. Am stärksten trifft es Richemont (minus 3,7 Prozent) und Logitech (minus 3,4 Prozent). Verhältnismässig glimpflich davon kommen Novartis, Swisscom (je 0,2 Prozent minus) und Lonza (0,7 Prozent minus).
Am breiten Markt sacken OC Oerlikon (minus 7 Prozent, ex-Dividende) und Swatch (minus 3,7 Prozent) ab.
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07:30
Die drastischen Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump lassen den Dollar einbrechen. Der Dollar-Index verlor am Donnerstag in der Spitze 0,8 Prozent auf 102,9840 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2024. «Die Anleger wollen kein Risiko eingehen und preisen ein schwächeres globales Wirtschaftswachstum ein,» sagte Kyle Rodda von Capital.com.
Investoren fürchten, dass es zu einem umfassenden Handelskrieg kommt, der die Konjunktur weltweit in Mitleidenschaft zieht. Ab dem 5. April soll laut Trump nun ein Basiszoll von zehn Prozent auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten. Zudem kündigte Trump am Mittwoch noch höhere Zölle auf einige der grössten Handelspartner an, die am 9. April wirksam werden sollen. Für die Europäische Union sollen Zölle in Höhe von 20 Prozent greifen. «Die verhängten Zölle übertreffen die Erwartungen bzw. Befürchtungen», resümiert Thomas Altmann von QC Partners. «Damit rückt der US-Präsident die Weltwirtschaft näher an den Abgrund heran.»
Der Euro konnte nach den Zollankündigungen Boden gut machen. Die Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,7 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1,0935 Dollar. Rodrigo Catril, Währungsstratege bei der National Australia Bank, sagte, die Widerstandsfähigkeit des Euro sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sich Europa angesichts der US-Zölle auf die Unterstützung seiner Wirtschaft konzentriere, statt nur auf Vergeltungsmassnahmen zu setzen.
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07:15
Der SMI steht nach US-Präsident Donald Trumps neuesten Zollankündigungen vorbörslich bei der IG Bank 1,1 Prozent tiefer. Bereits am Mittwoch war das Barometer im Vorfeld der Zoll-Ankündigungen deutlich schwächer (-0,8 Prozent) aus dem Handel gegangen.
Investoren sollten zunächst ein Auge auf die Pharma- und Uhrenbranche haben. Während Pharmaexporte mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte ausmachen, stellen die USA für die Uhrenbranche den wichtigsten Auslandsmarkt dar, fasst es der Anlagestratege Arthur Jurus von Oddo BHF in einem Kommentar zusammen.
Für Claude Maurer vom Bak Economics ist mit den Zöllen «am 2. April viel an Rechtssicherheit im internationalen Handel verlorengegangen». Machtpolitik trete an die Stelle von regelbasiertem Handeln. Fakt sei, dass alleine die Unsicherheit bereits enorme Kosten in Form von verlorener Wirtschaftsleistung verursache.
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06:15
Der deutsche Dax wird mit Abgaben von 2 Prozent erwartet.
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06:00
Der hochfliegende Technologiesektor wurde mit neuen Zöllen von über 30 Prozent auf Produktionsstandorte in China und Taiwan überrollt, sodass sich die neuen Abgaben auf atemberaubende 54 Prozent auf Importe aus China summieren.
«Der effektive US-Zollsatz auf alle Importe dürfte den höchsten Stand seit über einem Jahrhundert erreichen», sagte Ben Wiltshire, Global Rate Trading Strategist bei Citi.
Die japanische Börse hat am Donnerstag schwächer tendiert. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 3 Prozent auf 34'673,69 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 3,3 Prozent niedriger bei 2.562,71 Zählern.
Der Nikkei war im frühen Handel am Donnerstag zunächst um mehr als vier Prozent eingebrochen und fiel auf ein Achtmonatstief, nachdem Trump eine Zollbelastung von 24 Prozent auf japanische Waren angekündigt hatte. Auch die Aktien der grossen japanischen Autohersteller rutschten nach den Hiobsbotschaften aus den USA tief in den Keller: Toyota sank um sechs Prozent, Nissan um 6,3 Prozent und Honda um 4,8 Prozent.
Die Renditen der 10-jährigen US-Benchmark-Staatsanleihen sanken um 14 Basispunkte auf ein Fünfmonatstief von 4,04 Prozent, da sich die Anleger auf ein langsameres US-Wachstum einstellten, während die Zinsterminkontrakte eine höhere Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen in den kommenden Monaten einpreisten. «Die Zölle sind so umfassend und so viel grösser, als wir erwartet haben», sagte Jeanette Gerratty, Chefvolkswirtin bei der Vermögensberatung Robertson Stephens in der US-Technologieregion Menlo Park, Kalifornien.
Einer Umfrage zufolge verlor auch der japanische Dienstleistungssektor an Schwung. Demzufolge verlangsamte sich das Wachstum der Auftragseingänge den zweiten Monat in Folge und erreichte die schwächste Bewertung seit November letzten Jahres. Der au Jibun Bank Japan Services Business Activity Index fiel im März auf die neutrale Bewertung von 50,0, nachdem er im Februar mit 53,7 ein Sechsmonatshoch erreicht hatte. Damit lag er besser als die Blitzablesung von 49,5, so der Indexverlag S&P Global Intelligence. Der Schwellenwert von 50,0 trennt zwischen Expansion und Kontraktion. Unterdessen stieg die Inflation der Inputpreise so schnell wie seit 19 Monaten nicht mehr. Die japanischen Unternehmen befürchten, dass die von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle gegen Handelspartner einen breiteren globalen Abschwung auslösen könnten.
Die Börse Shanghai blieb fast unverändert bei 3.346,81 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,4 Prozent auf 3.867,70 Punkte.
China forderte die USA auf, ihre neuesten Zölle unverzüglich aufzuheben und kündigt Gegenmassnahmen an. «China lehnt dies entschieden ab und wird Gegenmassnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu schützen», so das chinesische Handelsministerium in einer Erklärung. Der Schritt der USA missachte den Interessenausgleich, der in multilateralen Handelsverhandlungen im Laufe der Jahre erreicht worden sei.
Die USA hatten China mit einer 34-prozentigen Zollabgabe belegt. Der chinesische Yuan erreichte im Offshore-Handel vor der Eröffnung der Märkte an Land ein Zweimonatstief. Die Futures auf zehnjährige japanische Staatsanleihen verzeichneten den stärksten Anstieg seit acht Monaten. «Die heute angekündigten Zölle stellen ein erhebliches Risiko für den Welthandel dar», sagte Zhiwei Zhang, Chefökonom bei Pinpoint Asset Management in Hongkong. Vor allem die Lieferketten in Ostasien stünden unter Druck, so Zhang weiter. Trump schloss auch ein Schlupfloch für den Versand von Paketen mit geringem Wert aus China, was Chinas riesigen Online-Händlern schaden dürfte.
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Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Mittwoch - noch vor dem Zollankündigungen Trumps - mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 42.225,32 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 5.670,97 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,9 Prozent auf 17.601,05 Stellen an.
(cash/AWP/Reuters)
1 Kommentar
Auf zur grossen Geldverbrennerei... *kopfschüttel*