China kündigte Gegenzölle auf US-Importe in Höhe von 34 Prozent an - sie sollen am 10. April in Kraft treten. Der EuroStoxx 50 sackte daraufhin um 4,60 Prozent auf 4'878,31 Zähler ab und erreichte den tiefsten Stand seit Ende vergangenen Jahres. Damit sind die bisherigen Kursgewinne des Börsenjahres 2025 wieder dahin. Von der runden 5'000er-Marke hat sich der Index zunächst nach unten abgesetzt.
Der eskalierende Handelskonflikt brockte dem EuroStoxx 50 die schwärzeste Börsenwoche seit mehr als drei Jahren ein: Der Index sackte um 8,5 Prozent nach unten. «Panik macht sich breit», konstatierte Analyst Sören Hettler von der DZ Bank. Nach den Massnahmen Chinas sei nun davon auszugehen, dass die US-Regierung ihrerseits weitere Importzölle androht oder gar zeitnah umsetzt. Die Konsequenz dieser Befürchtungen sei an den Finanzmärkten eine Flucht in Sicherheit. Aktien als risikoreiches Investment würden hingegen verkauft.
Die Entwicklung der Sektoren ähnelte der am Vortag. Die Aktien von Banken standen erneut unter Druck und folgten damit den internationalen Vorgaben. Die Aussichten auf eine konjunkturelle Delle liessen die Kurse von Werten wie BNP Paribas und Societe Generale einknicken, nachdem sie seit Jahresbeginn kräftig gestiegen waren.
Auch die konjunktursensiblen Rohstoff- und Ölwerte gehörten zu den Verlierern. BP verloren 7,4 Prozent. Der Verwaltungsratschef des britischen Mineralölkonzerns, Helge Lund, hatte seinen Rücktritt angekündigt. Es bleibe abzuwarten, ob Lunds noch zu findender Nachfolger grössere Veränderungen bei der Strategie und auch im Management bringen werde, hiess es dazu von den Experten der kanadischen Bank RBC. Im Versicherungssektor büssten Generali überdurchschnittliche 6,3 Prozent ein. Die Aktie reagierte damit auf eine Abstufung durch Morgan Stanley.
Geringere Verluste verbuchten defensive Sektoren wie Nahrungsmittelproduzenten und Konsumgüterhersteller. Danone gaben lediglich um 0,9 Prozent nach, nachdem sie zuvor ein Fünfjahreshoch erreicht hatten. Eine Hochstufung durch Morgan Stanley stützte den Wert. Nestle verloren mit 3,6 Prozent stärker, nachdem Morgan Stanley die Aktie abgestuft hatte.
Pharmawerte gerieten unterdessen ebenfalls unter Druck, der Sektor fiel auf den tiefsten Stand seit Ende 2023. Die Pharma- und die Halbleiterindustrie muss sich nach den Worten von US-Präsident Donald Trump bald ebenfalls auf happige Zölle gefasst machen. Diese würden bald eingeführt, sagte Trump vor Journalisten.
(AWP/cash)