Noch immer haben die Namenaktien von Syngenta die Ergebnisenttäuschung von letzter Woche nicht richtig verdaut. Der Schock über die schwache Ertragsentwicklung und die überraschende Reduktion der firmeneigenen Gesamtjahresprognosen sitzt tiefer als gedacht.

Im Pflanzenschutzbereich wies Syngenta im zweiten Quartal ein Nullwachstum aus. Zwar konnte der Basler Agrochemiekonzern die Absatzvolumen um 10 Prozent steigern. Dies allerdings zu im selben Ausmass tieferen Verkaufspreisen. Der Kurseinbruch der vergangenen Wochen ist vor allem auf die Angst vor einem strukturell bedingten Preisdruck im Pflanzenschutzbereich zurück zu führen.

Diesbezüglich kann nach der Ergebnisveröffentlichung anderer Mitbewerber wie Bayer, DuPont oder BASF nun aber erst einmal Entwarnung gegeben werden. Sämtliche der drei Mitbewerber bekamen den Preisdruck im Markt für Pflanzenschutz zwar ebenfalls zu spüren. Allerdings allesamt in einem deutlich geringeren Ausmass als Syngenta. Es scheint, als habe das Schweizer Unternehmen im zweiten Quartal um jeden Preis versucht Marktanteile zu halten oder gar auszubauen. Als belastend erwies sich zudem ein strategischer Abbau von Lagerbeständen durch den deutschen Chemieriesen Bayer. In beiden Fällen handelt es sich um einmalige Phänomene. Hinweise für strukturellen Preisdruck gibt es glücklicherweise keine.

Die längerfristigen Wachstumsaussichten sind bei Syngenta intakt. Zudem stehen die Chancen gut, dass der Preisdruck im Pflanzenschutzbereich in der zweiten Jahreshälfte deutlich abnimmt. Eine Gegenbewegung der Aktien des Schweizer Unternehmens werden damit immer wahrscheinlicher.

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Seit Wochen stehen die Aktionäre von Transocean im Wechselbad der Gefühle. Darf man gut informierten Quellen Glauben schenken, dann wird beim Partnerunternehmen BP hinter den Kulissen fieberhaft nach den Schuldigen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gesucht. Gemäss den für die Briten tätigen Anwälten gibt es Hinweise dafür, dass der Untergang der Ölförderplattform «Deepwater Horizon» das Resultat einer grobfahrlässigen Handlungsweise sei. Allerdings wird in diesem Zusammenhang keine der involvierten Parteien namentlich erwähnt. Neue Erkenntnise dürfte eine für den 23. bis 27. August angesetzte Befragung der amerikanischen Untersuchungsbehörden liefern.

Hierzulande sorgt am Freitag eine Studie aus dem Hause RBC Capital Markets für Aufsehen. Darin ist nachzulesen, dass der Zwischenfall im Golf von Mexiko nur beschränkte finanzielle Folgen für Transocean haben dürfte. Der verantwortliche Analyst stützt sich dabei sowohl auf eine von ihm durchgeführte Due Dilligence als auch auf Gespräche mit mehreren in diese Richtung spezialisierten Anwälten ab.

RBC Capital Markets nimmt eine einschneidende Reduktion der Gewinnschätzungen für die Jahre 2010 und 2011 vor. Auf Basis der neuen Annahmen errechnet der Analyst ein Kursziel von 65 (100) Dollar. Aufgrund der attraktiven Bewertung werden die Aktien unverändert mit «Outperform» zum Kauf empfohlen.

Erste Anhaltspunkte in Bezug auf den Geschäftsverlauf sollten bei Transocean die für kommenden Mittwoch angesetzte Quartalsergebnispräsentation liefern. Mit Informationen zu den Prozesskosten und möglichen Schadenersatzforderungen ist hingegen noch nicht zu rechnen.

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Im Angebot liegen am frühen Freitagnachmittag die Inhaberaktien von Gurit. Als belastend erweist sich eine am Vorabend vom Grosskunden Gamesa bekannt gegebene Reduktion der firmeneigenen Prognosen.

Der spanische Hersteller von Windkraftwerken rechnet im laufenden Jahr mit einem Absatzvolumen im Umfang von 2400 bis 2500 Megawatt. Bisher wurde den Aktionären ein Absatz der Grössenordnung von 2700 bis 3000 Megawatt in Aussicht gestellt. Für 2011 gehen die Firmenverantwortlichen von einem Absatz im Umfang von 2700 bis 3300 Megawatt aus. Als Grund für die Prognosereduktion nennt Gamesa die starke Konkurrenz seitens von asiatischen Anbietern, eine insgesamt schwächere Nachfrage sowie neuen Regulatorien in den Absatzmärkten.

Als Zulieferer für Gamesa dürfte die Prognosereduktion auch für Gurit Bedeutung für die zukünftige Absatzentwicklung haben. Die Schweizer scheinen die Zeichen der Zeit aber erkannt zu haben. Dies lassen zumindest die in den vergangenen Monaten in China getätigten Firmenübernahmen vermuten.