Die Produktion der Royal Mint stieg auf 32'735,8 Unzen, schreibt Bloomberg. Im Vorjahreszeitraum wurden nur 7500,2 Unzen Gold zu Münzen geprägt. Im Zeitraum von Januar bis Ende September verdreifachte sich das Produktionsvolumen auf 100'391,3 Unzen.
«Das Vertrauen in das Finanzsystem fehlt noch immer. Investoren sehen die Vorzüge, in Gold zu diversifizieren», sagt David Russell, Direktor des Goldhändlers GoldCore Ltd. in Dublin. «Kleinanleger sind im Bilde darüber, dass in der Zukunft Inflationsgefahren lauern.»
In Amerika hat die U.S. Mint ihr Prägevolumen mehr als verdoppelt. Laut ihrer Internetseite wurden von Januar bis September 954'000 Unzen Gold zu American Eagles und anderen Münzen geprägt. Die Münze Österreich hat seit Jahresbeginn bereits 23 Prozent mehr Gold zu Geldstücken verarbeitet als im Gesamtjahr 2008. Präsident Kurt Meyer erklärte im Oktober, die Prägeanstalt habe Goldmünzen im Gewicht von 1,9 Millionen Unzen verkauft.
«Es ist ein Vermögenswert, den man anfassen kann, sein Wert ist schnell und leicht zu erkennen», sagt Münzhändler Russell. «Die Nachfrage am Münzmarkt ist sehr gut. Viele Anleger sind sich bewusst, dass sie in den vergangenen Jahren nur wenig diversifiziert waren.»
Die Schweizer Swissmint an der Seitenlinie
Die Schweizer Münzprägeanstalt Swissmint hingegen wird vom Run auf die goldenen Geldstücke verschont. Die einzige Goldmünze im Sinne einer Kapitalanlage ist das Goldvreneli. «Das Vreneli wird aber schon seit 1949 nicht mehr geprägt», sagt Swissmint-Geschäftsführer Kurt Rohrer.
Die Goldmünzen, die bis heute von Swissmint geprägt werden, sind Sammlermünzen in limitierter Auflage. Als Kapitalanlage eignen sich diese allerdings nicht. «Der Preis der Sammlermünzen notiert einiges über dem aktuellen Goldwert», erklärt Rohrer.
Mit der Rekordrally des Goldpreises ist auch das Anlegerinteresse an Silber gestiegen. Royal Mint prägte im dritten Quartal 94'343,3 Unzen des Edelmetalls zu Münzen – 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Der Goldpreis kletterte am Mittwoch auf ein Rekordhoch, das etwa 30 Prozent über dem Preis vom Jahresanfang lag. Zum Teil basiert die Preisrally auf der Schwäche des Dollar. Gegenüber einem Korb anderer Weltwährungen hat der Greenback in diesem Jahr 7,8 Prozent an Wert verloren. Gold hat sich aber auch in Euro deutlich verteuert, der Preis zog 21 Prozent an.
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