WOLF RSS  › Forum & Blogs  

Archiv für die Kategorie ‘Smartphones’

Nokia N97 spielt Versteckis mit den Kontakten

14.10.2009 von Peter Wolf

Da synchronisiert man und synchronisiert man das Nokia N97 mit der Nokia PC Suite, aber die Kontakte wollen und wollen nicht im Handy landen - auf jeden Fall zeigt es immer Null Adressen an.

Bis man dann irgendwann mal merkt, dass “Contacts to display” standardmässig auf “SIM memory” eingestellt ist.

Die synchronisierten Kontakte werden einem erst angezeigt, wenn man auch ein Kreuzchen bei “Phone memory” setzt (wie im Bild hier):

Erst dann ist “Contacts to display” auf “Several memories” gesetzt.

Wie benutzerunfreundlich ist das denn!

Windows Mobile wieder mal im Selbstversuch

03.10.2009 von Peter Wolf

Wie kommt Windows Mobile eigentlich dazu, sich als Betriebssystem zu bezeichnen?

Es ist eher ein “Hält-den-ganzen-Betrieb-auf-und-das-mit-System“.

Mag sein, dass ich von iPhone und Android verwöhnt bin, aber was sich WinMob an Benutzerunfreundlichkeit leistet, ist angesichts der Mitbewerber peinlich (Disclaimer: Ja, ich habe WinMob 6.5 getestet und es ist ein bisschen besser, weil man nicht immer den Zahnstocher zum Bedienen braucht.)

Heute dachte ich, ich gebe dem armen Acer-Phone (läuft unter WinMob 6.1) nochmal eine Chance und probiere, damit zu arbeiten.
————————————————

Da wollte ich also nur rasch das Smartphone ins W-LAN hängen, den Messenger starten und was schreiben. Und ein bisschen surfen (warum eigentlich scheint der Internet Explorer nicht unter “Programs” auf, wo man ihn vermuten wĂĽrde? Ist er denn kein Programm?)

Legen wir ihn besser auf eine Taste und versuchen also, “Today Softkey” einzurichten:

“Press Button to change the softkey” heisst es, wir tippen auf eine der beiden Schaltflächen und bekommen eine Liste, aus der wir den Internet Explorer suchen mĂĽssen. Wieso zum Kuckuck ist diese Liste nicht alphabetisch sortiert?
————————————————

Ăśberhaupt der Internet Explorer Mobile 6:

Bei dem steht im Suchschlitz standardmässig “Search…” Das verschwindet zwar, wenn man gleich zu tippen anfängt (weil es markiert ist). Aber wenn man den Cursor in den Suchschlitz reinsetzt, dann muss man zuerst neun Mal Backspace tippen, bis das “Search…” weg ist. Vertraut man denn dem Symbol der Lupe nebenan nicht, so dass man noch anschreiben muss, wofĂĽr es gut ist? Und wenn schon: warum nicht oberhalb des Suchschlitzes?

Und auch hier: wenn man die Bildschirmtastatur einblendet, dann verdeckt sie erst mal das Texteingabefenster und man muss von Hand Platz schaffen.
————————————————

Vielleicht noch rasch den Fingerabdruckleser (”Golden Finger”) konfigurieren? Das Passwort sollte man ändern, denn standardmässig ists “0000″.

Geben wir also zwei Mal das neue Passwort und die Merkhilfe ein und suchen wir den Button zum Bestätigen. Den gibts nicht. Aber oben rechts in der Leiste steht ja
“OK”, also tippen wir darauf. Fenster geht zu, alles scheint gut gegangen zu sein. Bloss wurde das neue Passwort nicht gespeichert. Man hätte nämlich in der unteren Leiste links auf “Apply” tippen mĂĽssen… Was ist denn mit “OK” nicht OK? Warum steht das ĂĽberhaupt dort? Warum werde ich nicht gewarnt “wollen Sie die Seite verlassen ohne Ihre Eingaben zu speichern?” (Das gleiche passiert auch, wenn man die “OK”-Taste auf dem Keyboard drĂĽckt.)

Zwei “OK”, aber nur eines davon ist auch wirklich OK.

Auf die Art macht man alles mehrfach, bis es endlich geht.

Interessant: wenn man KEIN neues Passwort eingibt und “Apply” tippt, dann wird man hingegen gewarnt (”Please input password”).

Will man die Bildschirmtastatur benutzen, dann zeigt die sich nicht etwa von alleine, wenn man den Cursor in ein Texteingabefeld setzt, sondern man muss sie sich selber holen. Und dann durch Herumscrollen Platz schaffen auf dem Bildschirm, damit man sieht, was man ĂĽberhaupt eingibt.
————————————————

Es mag teils an Windows, teils an Acer liegen - aber die Kombination ist nervaufreibend.

Und dann ist das Ganze auch noch waaaaaaahnsinnig langsam.

Wer sowas toll findet, hat vermutlich weder iPhone noch Android je in der Hand gehabt.

Nokias vollk. bekl. Abk. am Bsp. E75

15.08.2009 von Peter Wolf

Vollkommen bekloppte AbkĂĽrzungen machen einem das Leben auch nicht leichter.

Wenn man schon gerne im deutschsprachigen Markt Geschäfte machen will, dann soll man doch bitte auch ein wenig dessen Gepflogenheiten berücksichtigen. Zu denen gehört, dass wir nicht nur per four letter words kommunizieren, sondern dass Wörter im Deutschen durchaus auch mal länger sein können.

Zu Zeiten von zweizeiligen Schwarzweissdisplays war es noch einigermassen zu verstehen, dass gewisse Begriffe abgekĂĽrzt werden mussten. Aber schon auf einem 3,5 x 5 cm Display ist dies inakzeptabel (ich halte gerade ein Nokia E75 in der Hand).

Da heisst die Systemsteuerung also “Systemstrg.” (beziehungsweise einen Klick weiter dann “Systemsteuer.” - obwohl das “ung” sogar noch Platz gehabt hätte)!

Wenn man die MenĂĽansicht ĂĽbrigens von “Raster” zu “Liste” ändert, heissts auch im ersten Fall “Systemsteuer.” (mit rechts genĂĽgend Platz fĂĽr ein “ung”). Da könnte man ja schon fast von Konsistenz sprechen…

Eine Sammlg. weiterer Abk., die Nokia dem deutschspr. Markt zumutet (bei meist halbleerem Display):

• Gesprächsfunkt.
• Anrufbeantw.
• Geöffn. Progr. zeigen
• Verwend. Zug.-punkt
• Anonyme Mitt. zulassen
• Berichtsend. verhindern
• Mitteil. herunterladen
• Anzahl gespeich. Mitteil.
• Wiederg.
• Grafik-Downl.
• Neues Dokum.
• Gespeich. Daten
• Worterkennung aktiv.
• Automatisch akzept.
• Notizen-Sync-Einstell.

• Or.-punkte
• Keine Verbind.
• Geschw.
• Höchstg.
• Km-Zähl.
• Fremdwähr.
• Kein Chat-Serv. definiert
• Aktuell. Uhrzeit
(statt dem Pkt. hätte man auch ein “e” setzen können)

• Tel.-Speicher

————————————————
Ein zauberhafte Trouvaille gibts in der “Galerie” unter Optionen -> Ordnen:
• In Tel.-speich. kopier.
• In Tel.-spch. verschb.

-> einmal heisst der Telefonspeicher also “speich.”, das andere Mal - genau eine Zeile tiefer - aber “spch.”.
————————————————

Fast froh hingegen wäre ich, wenn die gute Frau, die im Handy sitzt und Sprachausgabe tätigt, in Abkürzungen reden würde, das wäre dann ein bisschen weniger nervig. Seit Tagen schon versuche ich nämlich, die beim Herumspielen versehentlich aktivierte Sprachausgabe wieder auszuschalten. Blinde mögen ihre Freude daran haben - ich jedoch erschrecke immer wieder, wenn das Handy einfach so zu quasseln anfängt. Leider habe ich bislang unter keinem mir logisch erscheinenden Menüpunkt die Ausschaltmöglichkeit gefunden.

————————————————

Und wenn wir schon dabei sind:

• Ebenfalls inakzeptabel ist es, ein Musikhandy verkaufen zu wollen, das keinen Ausgang für einen Kopfhörer mit Standard-3.5mm-Klinke hat. Sondern einen proprietären Anschluss, der sich nur mittels Adapter mit einem Klinkenstecker verwenden lässt.

• Und hart an der Grenze ist es, zu behaupten, ein Handy sei auch ein Fotoapparat, wenn es kein Stativgewinde hat. (Grenzwertig ist übrigens auch eine Kamera, die sich ausschliesslich per Softkey auf einem Touch-Screen auslösen lässt, liebe Apple. Wie sollen da vernünftige MySpaceFacebook-Selbstporträts geschossen werden? Was spricht dagegen, im Kameramodus die Lautstärketasten als Auslöser zu belegen?)

Nachtrag 14. Sept. 2009: Auch Canon schaffts, trotz genĂĽgend Platz vollkommen bekloppte AbkĂĽrzungen zu verwenden


HTC Hero hat endlich eine Kopfhörerbuchse!

21.07.2009 von Peter Wolf

HTC hat heute den “Hero” vorgestellt, eine Art Nachfolger des Android-Handys “Magic”.

Das Wichtigste zuerst: Endlich hat ein HTC-Multimediahandy eine Klinkenbuchse für einen normalen Kopfhörer oder die Stereoanlage!

Ausserdem hat es eine eigene Benutzeroberfläche, HTC Sense genannt. Es sei dahingestellt, ob das Sinn macht bei einem Android-Handy, welches von Haus aus schon ein besseres GUI hat als zum Beispiel Windows-Mobile-Geräte, bei denen eine aufgepeppte Bedieneroberfläche zur Akzeptanz beitragen kann
Wenn wir aber schon bei der Usability sind: HTC hat es tatsächlich geschafft, beim Nachfolgemodell praktisch Kupplungs- und Bremspedal zu vertauschen.

Beim Magic sind die Tasten von links nach rechts wie folgt belegt:

Home  |  Menü  |  Zurück  |  Lupe
Rufannahme | Trackball  | Auflegen

Beim Hero sind die Tasten so belegt:

Rufannahme | Home | Menu | Auflegen
.                 Trackball  | Lupe | Zurück

OK, an die neue Belegung kann man sich gewöhnen, und nicht alle Kunden werden das Vorgängermodell besessen haben. Schlimmer aber ist, dass die “ZurĂĽck”-Taste, die man unter Android doch sehr häufig braucht, in die unterste rechte Ecke gewandert ist. Dadurch muss man den Daumen extrem verrenken, wenn man das Gerät in der rechten Hand hält und die Taste drĂĽcken will.

A propos Rechtshändig: Das ist mir selber sehr lange gar nicht aufgefallen, aber man kann sowohl beim Magic als auch beim Hero den Bildschirminhalt bloss in eine Richtung drehen: Nur nach links.

Wenn man das Handy senkrecht in der linken Hand hält und nach rechts kippt, um es auf Querformat umzustellen, dann passiert einfach: Nichts. Was für eine komische Linkshänderdiskriminierung!

Mit HTC Sense, der Benutzeroberfläche, die HTC zusammen mit dem Hero launcht, verfolgt man drei Ziele:

1) Make it mine
2) Stay close
3) Discover the unexpected

Zu Punkt 1) bietet man viele Widgets, z. B. Uhren in allen möglichen Arten.

Dank 2) ist alles sehr Kontakte-zentrisch. Das Phone zeigt zu einer Person alle Kontaktmöglichkeiten an, alle vergangenen Interaktionen mit dieser Person und ihre Fotos und eine Routenplanung zu ihrer Adresse.

Unter 3) gibts zum Beispiel Location Awareness, welche dafĂĽr sorgt, das das Handy in einer fremden Zeitzone auch die entsprechende Zeit einstellt.

Zudem gibts eine Suchfunktion über das ganze Gerät hinweg.

“Visual Bookmarks” legt grad einen Screenshot der gebookmarkten Seite mit ab.

Und in ein paar Applikationen, zum Beispiel dem Browser, ist Multi Touch implemementiert (aber zum Beispiel nicht in Google Maps). Active Sync mit Exchange ist bereits eingebaut, und via USB-Kabel (Mini, nicht Micro ĂĽbrigens) kann man das Handy als Modem verwenden.

Blick bricht eine Lanze fĂĽrs Nokia N97

07.07.2009 von Peter Wolf

Während andere über dem N97 eher den Stab brechen, bricht Lorenz Keller in BLICK.ch eine Lanze für das Arbeitstier:

Blick.ch findet N97 toll

Sein Fazit:
Das N97 von Nokia spricht eine andere Zielgruppe an als das iPhone. Im Business-Bereich gehört es zu den besten Angeboten, die es momentan auf dem Markt gibt.

Ich finde das N97 ja prinzipiell auch nicht schlecht - aber wie Lorenz zu recht sagt: das iPhone hat die Latte sehr hoch gelegt. Und jetzt erwarten Smartphone-Käufer einfach einiges mehr als noch vor ein paar Jahren.

Die folgenden Unzulänglichkeiten trüben den guten Eindruck, den das N97 sonst hinterlässt - es sind Usability-Mängel, die man sich im iPhone-Zeitalter nicht leisten sollte. denn die Benutzer sind verwöhnt.

Unklare Anweisungen:

Um die Tastensperre herauszunehmen, heisst es: “Zur Freigabe von Bildschirm und Tasten Sperrtaste drĂĽcken.”

Erstens ist das beim N97 ein Schieber und keine Taste.

Und zweitens befindet sie sich links am Gehäuse, nicht rechts wie in der mitgelieferten Abbildung.

Verwirrende Vielfalt:

Bookmarks fĂĽgt man nicht hinzu, indem man wie zu erwarten auf “Lesezeichen” geht und dann dort ein entsprechendes ein MenĂĽ benutzt. Sondern unter “Les. speich.” eine Ebene höher. Und dieses Icon liegt noch nicht einmal direkt neben dem “Lesezeichen”-Icon, sondern dazwischen ist noch das Symbol fĂĽr “Startseite“.
Hat Nokia Entwickler von Windows Mobile abgeworben, wo auch alles bis zur Unkenntlichkeit abgekĂĽrzt wurde?

Ärgerl. Abk.:

In der Kartenaplikation heissts “Verk.infos aktual.“, obwohl rechts davon nochmal mindestens gleich viel Platz vorhanden wäre (bzw. im geschlossenen Zustand nach unten der ganze Bildschirm zur VerfĂĽgung stĂĽnde, um zehn Mal hintereinander “Verkehrsinfos aktualisieren” zu schreiben).

Einige weitere AbkĂĽrzungen, mit denen Nokia die Bedienbarkeit mutwillig verschlechtert:

  • Progr.
  • Einstell.
  • Feeds abon.
  • Fnst. wechs.

Verwirrende Verschachtelung:

Bei der Karten-Applikation -> Optionen -> Einstellungen:
Wieso zum Kuckuck hats in den Optionen unter “Einstellungen” einen weiteren UntermenĂĽpunkt, der ebenfalls “Einstellungen” heisst? Und Einstellmöglichkeiten zu Internet, Navigation, Route, Karte bietet.

Nachtrag 14. Juli 2009:

Auch bei Golem.de hinterlässt das N97 einen zwiespältigen Eindruck:

Test: Nokias N97 bleibt hinter den Erwartungen zurĂĽck

Enttäuschende Tastatur, inkonsistente Bedienung, aber gute Ausstattung

Und das hier wollte ich eigentlich auch noch monieren, aber Golem.de hat das bereits tiptop gemacht:

“Leider macht sich bei der Arbeit mit dem N97 schnell bemerkbar, dass die Bedienung nicht ganz konsistent ist. Normalerweise werden Programme und andere MenĂĽpunkte aktiviert, indem einmal darauf getippt wird. Listenelemente in Programmen hingegen benötigen zweifaches Tippen. Nur: Wird ein Programm geöffnet, ist das erste Listenelement bereits markiert. Daher genĂĽgt es dann wieder doch, nur einmal zu tippen - zweimaliges Tippen aktiviert gegebenenfalls bereits eine unerwĂĽnschte Option. FĂĽr den Nutzer wäre es einfacher gewesen, hätte Nokia auf diese Unterscheidung verzichtet. So muss der Anwender immer umdenken, was nicht intuitiv ist.”

Acer kommt mit Smartphones - leider ohne Kopfhörerbuchse

24.06.2009 von Peter Wolf

Acer (die Nummer 2 bei Notebooks und Monitoren) gibt Vollgas im Mobiltelefonmarkt und will noch in diesem Jahr 10 Modelle lancieren.

Angefangen hats jetzt mit vier Geräten (Infos auf der Acer-Webseite).

Durch die herausschiebbare und recht gut bedienbare Tastatur ist das M900 (799.- ohne Abo) sehr interessant. Es läuft unter WinMob 6.1 und ist durch einen Fingerprint-Reader gesichert:

Schade an allen vier Modellen ist, dass sie zwar voll multimedia-tauglich sind, aber keine Kopfhörerbuchse haben.

Wie kann man heutzutage ein Gerät bauen (und noch behaupten, man habe Marktforschung betrieben), das Musik und Videos abspielt, aber nicht den Anschluss eines richtigen Kopfhörers erlaubt? Wer jetzt sagt, so eine Buchse habe im Gehäuse keinen Platz gehabt, der sollte auch keinen Platz im Herzen von Musikliebhabern haben.

Diese Schelte geht nicht nur Acer an, sondern auch zum Beispiel HTC oder Sony Ericsson (mit der löblichen Ausnahme des Xperia).

Immerhin werde die nächste Smartphone-Generation, die diesen Herbst erscheint, Klinkenbuchsen haben, verspricht Acer.

Buchhändler verkaufen Geräte, damit die Kunden künftig fernbleiben

17.03.2009 von Peter Wolf

Ab dem 4. April werden Schweizer Buchhändler ihren Kunden ein Gerät für 450 Franken verkaufen, das im Erfolgsfall dafür sorgen wird, dass der Käufer nie mehr eine Buchhandlung betritt.

Es handelt sich dabei um den Sony PRS-505 (siehe auch: Book mit sieben Siegeln), ein Anzeigegerät fĂĽr elektronische BĂĽcher, das Abmessungen und Gewicht eines dĂĽnnen Buches aufweist und einen Display mit elektronischer Tinte hat. Dies sieht dann aus wie ein schwarzweisser Laserausdruck, lässt sich aber beliebig neu beschreiben und braucht nur fĂĽrs Löschen und Wiederbeschreiben Strom. Zum Lesen von elektronischen BĂĽchern oder in PDF umgewandelten E-Mails, Präsentationen oder Fahrplänen auch in gleissendem Sonnenlicht hervorragend geeignet. Ich benutze selber eines seit fast zwei Jahren. Das PRS-505 ist nämlich alles andere als brandneu. Was es erst jetzt beherrscht, ist Deutsch. Und nur Deutsch. Sonys Product Managerin: “Es kann nicht gewährleistet werden, dass zum Beispiel französischsprachige BĂĽcher gut darauf dargestellt werden können. DafĂĽr mĂĽsste man dann einen französischsprachigen Reader haben.”

Dies ist aber nur ein Problem. Das andere: Es sind keine Spontankäufe möglich. Ein Besitzer eines Sony-eBook-Lesegeräts kann nämlich nicht in eine Buchhandlung gehen, ein interessantes Buch entdecken, damit zur Kasse gehen und sagen: “Ăśberspielen Sie das auf meinen eReader.” Das geht aus KopierschutzgrĂĽnden nicht. Darum muss dies jeder bei sich selber zu Hause tun: PC aufstarten, den Titel in einem eBook-Laden suchen und kaufen und mit der Sony-Software auf das eBook transferieren.

Vielleicht aber wird bald eine andere Gattung von eReader-Besitzern in Buchläden herumstöbern: Sobald Amazons Kindle (ein ähnlich aussehender Elektrobuchleser wie der Sony) auch bei einem Schweizer Mobilfunkbetreiber erhältlich ist, dann wird man den Titel des gewünschten Buchs einfach darauf eingeben, es bei Amazon kaufen es 60 Sekunden später via Handynetz auf dem Gerät haben. Ohne dass der Buchhändler irgendwas davon hat.

PS: Kindle-BĂĽcher lassen sich seit Kurzem auch auf dem iPhone lesen.

In eigener Sache: Das war meine letzte Mobil-Kolumne fĂĽrs gedruckte CASH, weil die Printausgabe auf ende Woche eingestellt wird (vgl.: cash kĂĽnftig mit rein digitalem Angebot)

Facebook macht mobil mehr Spass

10.03.2009 von Peter Wolf

Der Erfolg des Social Networks “Facebook” beruht zu einem grossen Teil auch auf seiner guten Integration in die mobile Welt, und zwar auf vielen verschiedenen Plattformen. Auf einigen ist das Betrachten von Inhalten sehr gut gelöst, auf anderen das Erstellen. Geräte mit einer Tastatur sind von Vorteil beim Texten, aber Facebook lebt ja auch stark von Fotos.

Auf dem iPhone ist es sehr einfach, einen kurzen Status-Update zu tippen und ihn mit einem Bild zu ergänzen. Auch für Android-Handys gibts bereits eine Facebook-Applikation.

Am schönsten jedoch ist die Lösung für das Windows-Mobile-Handy von Sony Ericsson gelungen, wo die Fotos der Kontakte wie Seifenblasen das eigene umgeben und auf Antippen den aktuellen Status preisgeben.

Auf dem BlackBerry ist die Integration extrem stark gelungen: Wenn ich ein Foto schiesse, schlägt das Gerät nicht nur vor, es als E-Mail oder MMS zu verschicken, sondern fĂĽgt auch noch den MenĂĽpunkt “Senden an Facebook” hinzu. (Applikation zu finden unter m.facebook.com, ganz nach unten scrollen und “Herunterladen - die neue Facebook-Anwendung fĂĽr den BlackBerry” anklicken.) So ist es sehr einfach, die eigene Gefolgschaft auf dem Laufenden zu halten, aber auch, andere Einträge zu kommentieren und das Wohlergehen seiner Freunde abzuchecken.

Wie sieht es mit dem Marktumfeld aus?

Twitter, von Haus aus schon eine mobile Lösung, bietet nicht halb so viele Möglichkeiten, obwohl es auf dem iPhone gar mehrere Applikationen dafür gibt. So bietet Twittervision gar die Möglichkeit, internationale Wortmeldungen auf einer Weltkarte mitzuverfolgen.

Und Xing kommt mobil so bieder daher, dass man es höchstens als Adressbuch verwenden will. Da muss sich noch einiges tun!

Nachrichtenfluss aufs Handy

01.12.2008 von Peter Wolf

Abseits des Schreibtischs ist man in der Regel abgenabelt vom breitbandigen Datenstrom. Und mit dem Handy ist es ziemlich ineffizient, Internetseiten auf neue Nachrichten oder Blogs auf neue Inhalte hin abzugrasen. Einfacher ist es da, die Verantwortung einem Programm zu ĂĽbertragen, das diese Aufgabe periodisch ĂĽbernimmt und sich nur dann meldet, wenn es auf etwas Neues gestossen ist.

RSS-Reader können die gewĂĽnschten Webseiten in frei wählbaren Zeitabständen besuchen und bei aufgefundenen Veränderungen diese herunterladen (sofern die Webseite einen RSS-Feed anbietet, erkennbar am orangen Quadrat mit drei weissen gebogenen Linien). Viele Handys wie die neueren von Sony Ericsson haben bereits einen Reader an Bord, fĂĽr andere lässt sich oft einer installieren. FĂĽr das iPhone gibt es mehrere, mir gefällt “Feeds” am besten, das es fĂĽr ein paar Franken im App Store gibt. FĂĽr Windows Mobile und BlackBerry benutze ich den kostenlosen “Viigo”, der sich ganz einfach herunterladen lässt: Surfen Sie mit dem Handybrowser auf http://getviigo.com und folgen Sie den Instruktionen.

Er hat seit kurzem ein neues, übersichtlicheres Design. Beiden Readern gemein ist, dass man zum Abonnieren nicht mehr die genaue Feed-Adresse kennen muss (für meinen Blog zum Beispiel http://cash.ch/blogs/wolf/feed/), sondern man gibt einfach die Webadresse der zu überwachenden Seite ein, und der Feed wird dann schon gefunden. Fortan genügt ein Blick auf das geöffnete Programm genügt, um zu sehen, ob neue Informationen bereitstehen.

Will man eine Meldung später nochmals am grossen Computer betrachten, so muss man sie irgendwie aus dem Handy bekommen. Viigo erlaubt es mit einem Klick, die Nachricht an die eigene oder eine beliebige E-Mail-Adresse zu versenden. Ausserdem kann man den Link auch direkt an http://del.icio.us schicken, wo man ihn mit all seinen anderen aufbewahrungswürdigen Links wieder antrifft.

Tipps zum Einrichten von Viigo auf WindowsMobile-Geräten gibts hier bei E360.ch

Sony Ericsson Xperia: einfach besser, weil einfach Standard

10.11.2008 von Peter Wolf

Standards machen das Leben weniger abwechslungsreich – aber manchmal will man ja genau das.

Schliesslich ist man auch froh, dass sich bei jedem Auto das Bremspedal am selben Ort befindet. Wer mehr als ein portables Gerät besitzt, weiss, wie mühsam es ist, wenn jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht:

Man reist mit einer ganzen Kollektion an Ladegeräten im Koffer, hat einen Sack voller Kabel für Kopfhörer und PC-Anschluss, sucht dauernd nach Speicherkarten-Adaptern und verstopft das Handschuhfach im Auto mit Ladekabeln verschiedenster Anbieter.

Generell ist es praktisch, wenn sich möglichst viele Hersteller ähnlicher Produkte an einen möglichst weit verbreiteten Standard halten. Ein dreifaches «Willkommen im Club» schallt dem neuen Xperia von Sony Ericsson entgegen.

  • Erstens lässt sich sein Akku nun auch wie der vieler anderer Smartphones (Blackberry, HTC und so weiter) ĂĽber einen kleinen USB-Stecker laden. So ein USB-Kabel gehört sowieso zur Grundausstattung jedes mobilen Users. Sehr praktisch sind ĂĽbrigens die Versionen, die ihr Kabel ähnlich wie bei einem Staubsauger selber aufrollen. Der USBAnschluss wird beim Telefon auch noch zum Datenaustausch mit dem PC verwendet.
  • Zweitens weist es endlich eine Standard-Klinkenbuchse fĂĽr den Kopfhörer auf, wie ihn viele Smartphones und alle MP3-Player benutzen. So lassen sich auch ohne Adapterkabel Standard-Kopfhörer zum Musikhören verwenden. Selbst Blackberry- oder iPhone-Freisprechkabel passen.
  • Drittens schluckt das Handy nun die weitverbreiteten microSDKarten, sodass sich Daten leicht vom einen zum anderen Gerät transportieren lassen.

Und eigentlich könnte man argumentieren, es habe sich noch einem vierten Standard angeschlossen: Das Xperia läuft unter Windows Mobile.