Handys sind auch Kameras
08.09.2008 von Peter WolfNicht nur Kamerafabrikanten, auch Druckerhersteller scheinen immer noch nicht ganz begriffen zu haben, dass ihre Kunden zunehmend mit dem Handy Bilder schiessen oder ihr Mobiltelefon als elektronisches Fotoalbum benutzen. 8-Megapixel-Kameras im Handy und Micro-SD-Speicherkarten mit 8 Gigabyte Fassungsvermögen machen beides möglich.
Diese Möglichkeiten ziehen veränderte Konsumentenerwartungen und anderes Benutzerverhalten nach sich: Wenn das Handy passable Bilder machen kann, dann soll es von anderen Geräten gefälligst auch dementsprechend behandelt werden!
JĂĽngstes Beispiel: Epson stellte letzten Donnerstag mit viel Brimborium zwei neue Drucker vor, die aufgrund ihres Designs (sie erinnern ein wenig an Stereoanlagenkomponenten) hervorragend in die Wohnwand passen sollen:

Damit keine störenden Kabel zum PC verlaufen und weil sowieso schon 60 Prozent aller neu verkauften Computer Laptops sind, ist der Drucker mit W-LAN ausgestattet. Somit kann man bequem vom Sofa aus, den Laptop auf dem Schoss, Bilder oder Dokumente ausdrucken.
So, und jetzt will man dasselbe vom Handy aus machen.
Aber daran hat wohl niemand in der grossen Design-Abteilung, mit der Epson sich brüstet, gedacht. Es geht dann schon irgendwie, aber dazu muss man einen hässlichen, andersfarbigen USB-Bluetooth-Dongle (Preis: 50 Franken) vorne in den Drucker reinstecken, was das ganze Design dann doch empfindlich stört.

Warum denken so wenig Produkteentwickler bei «Mobil» an Mobiltelefone?
Abgesehen davon bietet die neue Druckerlinie interessante Details, wie zum Beispiel die Papierkassette, die gleichzeitig normales A4-Papier und Fotopapier fasst, so dass man erstens nie aufs falsche Papier druckt und zweitens nicht immer mit den Papierkassetten herumjonglieren muss:
Oder die Möglichkeit, ein zu einem Foto passendes Formular auszudrucken, dieses von Hand zu beschriften und dann wieder einzuscannen, woraufhin Foto und Handschrift zusammenkopiert und ausgedruckt werden:


