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Archiv für die Kategorie ‘Fernsehen’

Das Internet wandert in den Fernseher

03.09.2009 von Peter Wolf

Erster Eindruck heute an der IFA in Berlin vom Philips NetTV, das Teile des Internets auf den Fernsehschirm bringen sollte:

Ein bisschen langsam. Und ein bisschen langweilig.

Im Vergleich zu AppleTV, das mir immer noch als Referenz dient, ist es komplizierter zu bedienen (was auch an der Zuvieltastenfernbedienung liegt) und reagiert träger (was am 500 MHz-Prozessor liegen mag).

Es lässt sich nur mit den neuen Philips-Fernsehern konsumieren, in denen die NetTV-Fähigkeit eingebaut ist (also ab der 8000er Serie) und läuft also eher als Kollateral-Schmankerl mit.

Mehrere Hersteller haben webfähige Fernseher im Angebot. Die einen starten zögerlich wie Samsung, andere ambitiös wie Panasonic, deren “VieraCast” Video auf Abruf mit Inhalten von EuroSport, der Tagesschau, Bloomberg und anderen bietet. Auch “NetTV” von Philips liefert vielfältige Inhalte von YouTube über ebay zu Wetter.com bis zur Börsen-Zeitung.

Vor einem halben Jahr wagte Philips die Prognose, bis Ende Jahr im deutschsprachigen Raum eine Viertelmillion webfähiger TV-Geräte ausgeliefert zu haben. Denn nur damit lässt sich ihr NetTV nutzen. Panasonic hingegen wird sein Angebot auch Konsumenten zugänglich machen, die sich vor kurzem einen Fernsehapparat kauften und nicht schon wieder investieren wollen: sie haben Blu-ray-Player im Angebot, die auch Zugang zu VieraCast ermöglichen.

Dadurch, dass Fernseher zu Internet-Terminals werden, sehen sich Fernsehgerätehersteller plötzlich in der Rolle länderübergreifender Broadcaster, die nicht mehr nur das Aussehen des Geräts, sondern auch seines angezeigten Inhalts bestimmen können. Der TV-Apparat wird zwar nicht das komplette Internet-Angebot liefern, aber immerhin das, was man vom Sofa aus vom WWW haben will: Videofilme, Börsenkurse, News, Wettervorhersagen, Auktionen, Landkarten, Web-Fotoalben, Telefonbücher.

Früher verkauften die Hersteller einem Kunden einen Fernseher und waren froh, wenn er fünf Jahre später seinen neuen wieder bei ihnen kaufte. Heute werden sie Portalbetreiber, müssen den Inhalt überwachen und auf dem neusten Stand halten. Sie bestimmen nun, wessen Logo an welcher Stelle auf dem Bildschirm erscheint und welcher Inhalte-Anbieter sich wie präsentiert. Ausserdem können sie Gebühren für die Weiterleitung von Klicks verlangen.

Selbstverständlich könnte man auch einfach seinen PC oder Laptop am Fernseher anschliessen und damit auf dem grossen Schirm surfen. Einen grossen Unterschied macht aber die Art, wie das Angebot genutzt wird. Via PC konsumiert man “lean forward”, nach vorne gebeugt. Die typische Nutzung eines TV-Angebots erfolgt jedoch in “lean back”-Haltung: zurückgelehnt, die Fernbedienung in der Hand. In diesem Zustand ist man eher auf Konsumieren eingestellt, will sich unterhalten lassen. Deshalb muss auch das Angebot darauf angepasst sein und kann nicht das selbe sein wie “Internet auf dem Computer”.

Für Content-Anbieter bedeutet dies, dass sie ihre Inhalte nicht nur via Fernsehsender, sondern auch via den Internetanschluss auf das TV-Gerät der Konsumenten bringen können. Allerdings muss das Angebot auf jede einzelne Fernseher-Marke angepasst werden, (ähnlich wie dies auch bei den Handys mit der Geräte-Erkennung funktioniert). Dann jedoch sind ihre Inhalte bequem mit der Fernbedienung konsumierbar. Denn ins offene, “wilde” Web möchte der Konsument mit seinem internettauglichen Fernseher nur schon wegen der unzulänglichen Darstellung höchstens im Notfall.

Samsung TV-Handy

13.02.2008 von Peter Wolf

Ein Riesengedöns hat Samsung in Barcelona um sein neues Soul gemacht:

Das Teil ist ja nett, aber im Endeffekt ists einfach ein Telefon mit einem zweiten Screen unterhalb des ersten, das eine Art Touchscreen ist und zur irrigen Annahme verleitet, dass der Hauptschirm auch per Berührung gesteuert werden könne. Und dem ist leider nicht so.

Das hier ist eine ganz schlechte Aufnahme besagten Geräts. Denn jedes Mal, wenn man am Samsung-Stand etwas fotografieren wollte, kamen Koreaner und hinderten einen daran. Obwohl wir alle einen Pressepass hatten und uns vorgängig beim Presse-Desk angemeldet hatten.

Janu, wenn die nicht wollen, dass ihre Telefone berühmt werden…

Aber Samsung hatte auch noch andere, interessante Produkte:


Das F480 mit Abdeckklappe.


Das F700 mit Touchscreen…


…und herausschiebbarer Volltastatur.


Fernseh-Handy P960 mit DVB-H, HSDPA, 3-Megapixel-Kamera, HTML-Browser, Document Viewer und FM-Radio.


Selbst “Bild in Bild” ist möglich.

Mehr Samsung-Neuheiten. Siehe vorhergehenden Beitrag.

Fantastische Fernsehgeräte

04.09.2007 von Peter Wolf

Der Philips Aurea, der fineArts von Grundig und MobileTV in einem Beitrag:


Klick aufs Bild startet unseren Video-Beitrag.

“Mini” und wirklich Mini

04.09.2007 von Peter Wolf

Das mögen einige für einen Mini-Plasmafernseher halten:

Das auf jeden Fall ist echt ein Mini-Beamer (Verkaufspreis: rund 1000 Euro):

CASH daily WebTV zum ersten Mal aus Studio 2

26.08.2007 von Peter Wolf

Heute Nachmittag hiess es zum ersten Mal: Rotes Warnlicht ein, Spot an, Kamera ab fürs CASH daily WebTV aus dem neuen Studio 2.

Link zum heutigen WebTV-Beitrag.

Hier exklusiv ein Blick hinter die Kulissen bei der Testaufzeichnung mit Murièle Bolay (Fotos Michael Huber):

Und hier noch das Making-of:

Scheinwerfer-Montage.


Michi vor der Robocam.

Black is the new Black

08.05.2007 von Peter Wolf

Heute hab ich das schwärzeste Schwarz gesehen. Und zwar ohne

- mir ganz fest die Augen zuhalten zu müssen,
- dem Pessimismus anheim zu fallen
oder
- einen kaputten Fernseher anzustarren.

Nein.
Pioneer präsentierte in Rom (und wird morgen in New York präsentieren) ihre neuen Plasma-Fernseher.

Erklärtes Ziel: Man will nicht den grössten oder den billigsten Flat-TV bauen, sondern den besten. Und dazu gehört, dass der ein tiefes, sattes Schwarz wiedergeben kann (”If we can reproduce better blacks we have the best TV”). Und darum hat man das Projekt “KURO” (japanisch für Schwarz) gestartet. Und darum liefen alle Pioneer-Mitarbeitenden in Schwarz herum (muss angenehm gewesen sein bei den hier herrschenden hochsommerlichen Temperaturen).

Marni Somers, Director Home Business Division Pioneer Europe, warnte: “Dont underestimate the Challenges in creating deep black.”

Die Herren Yamamoto und Nohara (ganz in Schwarz) demonstrierten anschliessend die Vorzüge von Plasma gegenüber LCD derart überzeugend, dass man geneigt war, heimzugehen und den LCD-Fernseher aus dem Fenster zu schmeissen:

- Im Dunkeln leuchtet das LCD-Panel immer ein bisschen vor sich hin, so dass Schwarz gar nicht die komplette Abwesenheit von Licht verkörpern kann, sondern bloss ein dunkles Grau. Ganz im Gegensatz zum Sattschwarz eines Plasmas.

- In heller Umgebung hat LCD weniger Kontrast als Plasma, dessen Farben viel strahlender scheinen.

- Und bei schnellen Bewegungen kommt ein Plasma oftmals besser mit.

Handkehrum muss man aber auch sagen, dass kaum jemand bei sich zu Hause beide Technologien nebeneinander an der Wand hängen hat, so dass man nicht durch einen direkten Vergleich frustriert wird und auch ein LCD-Fernseher Freude machen kann.

Und ausserdem wird auch auf einem Plasmabildschirm das Fernsehprogramm nicht besser.

——————————
Aber Pioneer kümmert sich nicht nur ums Schwarz, sondern auch ums Abspieltempo. Mit dem neuen Label “24″ soll signalisiert werden, dass Filme durch die ganze Verarbeitungskette so wiedergegeben werden, wie der Filmmacher sich das gedacht hat (Movies played “as the director intended”), nämlich mit 24 Bildern pro Sekunde, so wie sie gedreht wurden, und nicht mit 25 fps.

Die Vorführung des Vergleichs beider Darstellungsarten gestaltete sich aber derart kompliziert, dass es dem Produktspezialisten nicht gelang und ich daher höchstens sagen kann, dass es mir einleuchtet, dass ein Film besser daherkommt, wenn sein Bild und Ton mit dem originalen Tempo abgespielt werden, als wenn er hochgejagt wird.

Wird aber (wie Super Audio CD und ähnliche Spielereien) sowieso eher etwas für Afficionados als für die breite Masse der Homecinema-Besitzer sein.

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Wenn es in der Wüste schneit

26.04.2007 von Peter Wolf

An der NAB Show in Las Vegas, der grössten Messe für TV und Radio, gibts alles, was mit Ton, Bewegtbild oder dessen Erstellung zu tun hat. Und auch an einer Profimesse findet
man Kuriositäten.

108′000 Besucher strömten letzte Woche durch die Messehallen von Las Vegas auf der Suche nach den neusten Trends in der Unterhaltungsindustrie.

Da gab es Übertragungswagen mit Satellitenschüsseln so gross wie Whirlpools.

Auch bei den Helikoptern konnte man aus allen Grössen und Farben wählen. Hier ein kleineres Modell: Mit Flying-cam.com bekommt die Kamera Flügel.

Noch kleiner: Modellhelikopter mit angeklebten Mini-Camcordern.

Beim sagenumwitterten Kamerahersteller Red, einem Projekt des Brillenherstellers Oakley, wickelte sich die Besucherschlange einmal um den Pavillon.

Alle taten dies in der Hoffnung, nach Stunden endlich einen Prototyp der legendären hochauflösenden Kamera von red.com in der Hand zu halten oder sie wenigstens von Nahem zu sehen:

Die Schlange war aber ein Klacks gegen die mehrere hundert Meter lange Schlange vor der Apple-Präsentation einen Tag vorher.

Richtig höchstauflösend wurde es jedoch am Stand von NHK Enterprises. Während wir uns noch mit dem Wechsel zu High Definition herumplagen, zeigt man dort bereits Ultra High Definition.

Eine Auflösung von 7680×4320 und somit 32 statt 2 Megapixeln wie bei HDTV ergeben einen ungeahnten Detailreichtum. Beim Footballspiel, das während der Demo auf der Riesenleinwand gezeigt wurde, musste gar nicht gezoomt werden – die Kamera erfasste das ganze Spielfeld von schräg oben, und trotzdem konnte man bei jedem Spieler die Rückennummer lesen.

Die Ultra-HDKamera war auch am Stand selber zu bewundern.

Ebenso von ihr aufgezeichnete Bilder an hochauflösenden Monitoren.

Schnee, so lebensecht, dass man ihn anfassen will:

(CASH daily Multimediaproduzent Pascal Fessler vor einem Teil des Monitors mit einem Ultra HD Bewegtbild drauf.)


(Ausschnitt des Bildschirmausschnitts, aber bloss mit einer 8 Megapixelkamera fotografiert und daher bloss einen schwachen Eindruck von der unglaublichen Detailtreue des Ultra-HD-Bewegtbildes vermittelnd.)

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Kamerahandys am Konzert

30.03.2007 von Peter Wolf

In den Achtzigerjahren hat mir ein aggressiver Roadie an einem Prince-Konzert ja noch den Film aus der Kamera gerissen, als er merkte, dass ich heimlich fotografiere.

Heute wär das eine Sysiphus-Arbeit, denn fast jeder Konzertbesucher hat heutzutage ein fotofähiges Handy dabei und setzt es auch ein, wie ein Blick von hinten im Zuschauerraum des Hallenstadions auf die Bühne zeigt (auf der im Moment grad Bryan Adams performt).

Kleine Handykunde für Bühnenkünstler:

Halten Zuschauer ein Handy in die Luft und Du siehst nur ein dunkles Etwas, dann nehmen sie die Musiker auf.

Siehst Du den Display, dann nehmen sie die Musik auf.

Bootleggen einfach gemacht (in den Achtzigern hiess es noch “Hometaping is killing Music”, wenn die Musikindustrie heute nur solche Problemchen hätte, könnte sie weiterhin saturiert vor sich hin dümpeln).

(Dass dieses Bild hier erscheint, ist Kollege Johannes B. zu verdanken - ich habe mein Kamerahandy aufgrund früherer schlechter Erfahrungen pflichtschuldig zuhause vergessen. Nein Quatsch: bei meinem Nokia N80 war der Akku leer…)

Bryan Adams selber scheint übrigens kein Problem damit zu haben, dass an seinem Konzert fotografiert wird: Er nahm mehrfach Kameras oder Handycams seiner Fans und fotografierte sich zusammen mit ihnen. Eine sympathische Geste. Und clever obendrein: Sowas loyalisiert die Fans und sorgt dafür, dass sie auch nächstes Mal wieder kommen.

Ich hätte ja nicht gedacht, dass Bryan Adams heute noch das Hallenstadion füllen kann - aber so ist es. Hut ab, Kompliment! Er macht auch alles richtig, gibt den Leuten High fives, wenn er von der hinteren zur vorderen Bühne schreitet. Er gibt dem Girl, das zu ihm auf die Bühne durfte (und ein begeisterndes Duett mit ihm sang) und dessen vier Freunden T-Shirts und Backstage-Pässe. So verankert er seinen Brand und verkauft sicherlich mehr T-Shirts, als wenn er vor dem Konzert einen Werbespot dafür hätte laufen lassen.

Die Zugabe gab er dann wieder auf der kleinen Bühne mitten im Zuschauerraum:

Und weils noch Platz hatte, holte er sich zum Abfeiern noch 20 Fans auf die Bühne:

Vista-Launch: Schweizer Fernsehen mit Kanal auf Media center

30.01.2007 von Peter Wolf

Microsoft hat sein Vista in Bern gelauncht und nicht etwa in Zürich (offizielle Begründung: In Bern habe man die Bewilligung schneller bekommen als in Zürich und Luzern).
Und so liess man denn 20′000 Bio-Ballone gen Himmel:


(Der Beweis: Ich war auch da.)

Das Schweizer Fernsehen gab dann noch seine Partnerschaft mit Microsoft bekannt:

Vor 3 Jahren habe sich das Schweizer Fernsehen entschieden, auf alle relevanten Plattformen aufzuspringen. Das Media Center ist eines davon. Auf www.sf.tv gibts schon rund 30 Sendungen on demand.
Am 15 Februar aber startet der SF Channel im Media Center mit 8 Sendungen (”Tagesschau” (Hauptausgabe und Mittagsausgabe), “Schweiz aktuell”, “10vor10″, “Meteo”, “Rundschau”, “Puls” und “MTW”, bald über 30 Sendungen).

Man kann die Sendungen entweder integral sehen oder einzelne Elemente aus dem Inhaltsverzeichnis. Die Sendungen stehen 30 Tage im Archiv gratis zur Verfügung.

Am Nachmittag gabs dann an der ETH noch eine interessante Vorlesung. Mehr dazu im nächsten Posting.