An der Zeit gescheitert
21.07.2008 von Peter WolfIch schätze mal, dass über 50 Prozent der Gadgets nicht korrekt verwendet werden oder zumindest nicht im vollen Umfang ihrer Möglichkeiten.
Die wenigsten Benutzer kommen mit der Funktionsvielfalt zurecht.
Soeben habe ich ein System von Nikeplus zum Testen bekommen (ein Bewegungssensor für den Schuh und ein Armband mit Empfänger für die Daten vom Schuh). Und ich habs bis jetzt nicht geschafft, die Uhr in dem Teil auf die richtige Zeit zu stellen.
Eine komplette Bankrotterklärung für mich als Sohn eines Uhrmachermeisters, der als Teenager bei jedem Wechsel von Sommer- zur Winterzeit oder zurück im Geschäft seiner Eltern war und den Kunden ihre Digitaluhren umgestellt hat. Ich habs bei Hunderten von Uhren geschafft, sie einzustellen, ohne je in eine Bedienungsanleitung geschaut zu haben (welche die Besitzer sowieso kaum je dabei hatten).
Und jetzt das! (Nein, die Nike-Bedienungsanleitung konnte mir auch nicht weiterhelfen.)
Natürlich könnte ich jetzt irgendwo im Internet eine Anleitung zum Einstellen zusammengooglen (oder -yahooen). Aber ich will nicht. Das Produkt soll gefälligst selbsterklärend sein!
Kein Wunder, wenden sich so viele Leute Produkten zu, von denen sie das Gefühl haben, sie seien einfach zu bedienen. Das iPhone kann zwar längst nicht alles, was ein Business Smartphone können muss, dafür aber scheitert man nicht schon an den Basiseinstellungen wie Uhrzeit und Datum.
Meine Nike-Test-Uhr geht jetzt halt immer noch drei Stunden vor und ordnet mich damit der Generation Doppelnull zu. Das waren die Leute, bei deren Videorecorder die Zeitanzeige permanent als 00:00 blinkte, weil sie an der Zeiteinstellung gescheitert waren.